Dekanat Wetterau

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          Mut, den Mund aufzumachen

          Wolfgang Dittrich, Referent für Gesellschaftliche Verantwortung Ev. Dekanat Wetterau

          Die Bundestagswahl liegt hinter uns. Parteien und Kandidaten haben versucht das Wahlvolk von sich zu überzeugen. Es gab Talkshows, Diskussionsrunden und sogar ein Kanzlerduell. Und immer wieder war fast ausschließlich das Flüchtlingsthema im Fokus. Es gab in diesem Wahlkampf eine Situation, die sich bei mir besonders eingeprägt hat. In einer Diskussionsrunde hat ein junger Altenpfleger sehr mutig der Kanzlerin aus seinem Arbeitsalltag in einem Pflegeheim erzählt. Er berichtete davon, dass alte Menschen, die dieses Land mit aufgebaut haben, unnötig lange in ihrem Kot liegen müssten weil in den Pflegeheimen nicht genug Pflegekräfte vorhanden sind. Ein menschenunwürdiger Zustand. Der Kanzlerin warf er vor, nicht genug für eine bessere Pflegesituation getan zu haben, obwohl doch in unserer Gesellschaft genug Geld vorhanden sei. Die Konfrontation mit dem wahren Leben zeigte Wirkung: Der junge Mann machte Eindruck bei der Kanzlerin und der Politik.

          Gott sei Dank, hatte der junge Altenpfleger den Mut, sich zum Sprachrohr für eine bessere Pflegesituation zu machen. Vor dem Hintergrund der Flüchtlingsdebatte wäre das Pflegethema ansonsten untergegangen. Es bleibt zu hoffen, dass die Politik künftig deutlich mehr gegen den Pflegenotstand unternimmt, als bisher.

          Ich finde, der junge Altenpfleger handelte in zweifacher Hinsicht christlich: Zum einen, weil er Menschen unter schwierigen Rahmenbedingungen pflegt. Und weil er nicht resigniert, sondern den Mund aufmacht, sich für Schwächere stark macht und die zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen in der Pflege öffentlich anprangert. Und ich merke: Ich habe keine Angst vor Fremden, aber ich habe Angst unter den gegenwärtigen Bedingungen ein Pflegefall zu werden. Wenn der mutige junge Altenpfleger mit seinem Programm zur Wahl stehen würde, meine Stimme hätte er.

          Ihr

          Wolfgang Dittrich, Referent für gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Dekanat Wetterau

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