Dekanat Wetterau

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          Nachhaltigkeit vernetzt sich: Wetterau im Wandel

          L. Schuchardt

          FRIEDBERG: Viele Gruppen, Institutionen aber auch Einzelpersonen beschäftigen sich mit Themen wie nachhaltige Entwicklung, Transformation, Kultur oder ökologischen Landbau. Bisher gab es kaum eine gemeinsame Basis, doch das hat sich geändert. Im letzten Jahr schlossen sich die unterschiedlichsten Institutionen, Organisationen und Vereine zur Initiative „Wetterau im Wandel“ zusammen. Offizielles Gründungsfest des Netzwerks war am 12. Juni im Alten Hallenbad.

          Die bunte Mischung aus Forschung, Landwirtschaft, Kirche, lokalen Umweltschutzinstitutionen, sozialen Einrichtungen sowie der lokalen Kulturszene wollen die Wetterau zu einem nachhaltigeren Ort machen. Am Montag abend stellte sich das Netzwerk mit einem Gründungsfest im Alten Hallenbad der Öffentlichkeit vor.

          Doch die Wurzeln für das Netzwerk liegen schon sechs Jahre zurück. Damals fand eine Veranstaltungsreihe über Nachhaltigkeit und Ökologie statt, wie Eva Howell vom Institut für nachhaltiges Wirtschaften „Faktor 10“, berichtete. Zuvor konnte sie unter den Besuchern die Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bötsch und Dekan Volkhard Guth begrüßen.

          Das Evangelische Dekanat Wetterau unterstützt das Netzwerk finanziell, unter anderem mit Mitteln aus dem Fond „Auf geht’s, den Wandel gestalten“ der Landeskirche Hessen-Nassau. Ein weiterer Dank ging an die Umweltwerkstatt Wetterau des NABU für die organisatorische Unterstützung. Andreas Arnold, der unterhaltsam durch den Abend führte, stellte zunächst die Gründer des Netzwerks vor.

          Wie die Arbeit eines solchen Netzwerks aussieht, stand im Mittelpunkt eines Vortrags von Silvia Hable von „Transition Town Witzenhausen“. Ausführlich erläuterte sie die Ziele der Transition-Town-Bewegung, die der englische Dozent und Umweltaktivist Rob Hopkins nach der Wirtschafts- und Finanzkrise vor zehn Jahren gegründet hat.

          „Diese Bewegung steht für eine Kultur des Wandels“, so Hable, die zahlreiche Beispiele aus der nordhessischen Kleinstadt vorstellte. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht das vor vier Jahren eröffnete „Transition-Haus“, dem inzwischen einzigen Kulturzentrum in Witzenhausen. Hier finde unter anderem ein Reparaturcafé statt. Gekocht wird in der Gemeinschaftsküche und ein Umsonstladen wurde eröffnet. „Wir müssen sichtbar sein“, erklärte Hable.

          Der unmittelbare Zusammenhang zwischen Ökologie sowie sozialen und ökonomischen Fragen beleuchtete Stephan Hebel in seinem Vortrag. Der Frankfurter Journalist und Buchautor fordert die Philosophie der Nachhaltigkeit auch auf die sozialen Verhältnisse anzuwenden.

          Hebel: „Die deutsche Politik der Wettbewerbsfähigkeit zementiert ökonomische Ungleichgewichte in Europa und weltweit“. Diese werde im Sinne der Agenda 2010 von Geringverdienern und Arbeitslosen durch Lohnsenkung im Dienste der Konkurrenzfähigkeit bezahlt, erklärte der Journalist, der ein düsteres Bild vom Zustand der deutschen Politik zeichnete.

          Hebel: „Die Gefahr, dass selbst die Energiewende vom Oligopol der großen Stromkonzerne beherrscht wird, ist größer denn je.“ Sein Fazit: „Wer Nachhaltigkeit fördern will, wird sich wehren müssen, wenn soziale gegen ökologische Fragen ausgespielt werden.“

          Zwischen den beiden Vorträgern überzeugte Singer/Songwriter Di Mari, der Gewinner des Deutschen Rock- und Poppreises 2016, mit seinen gefühlvollen Balladen. In einer halbstündigen Pause konnten sich die Besucher mit Leckereien vom Bio-Hopper aus Ossenheim stärken und an vier Thementischen mit den Netzwerkern ins Gespräch kommen. Den Abschluss des Abends gestaltete die Band „The Törnarounds“ um die Brüder Kai und Volker Michel mit ihrem satten Rickenbacker-Sound.

           

          Die Gründer des Netzwerks „Wetterau im Wandel“: Evangelishces Dekanat Wetterau, NABU-Umweltwerkstatt Wetterau, Faktor 10 - Institut für nachhaltiges Wirtschaften Friedberg, Freiwilligenzentrum Bad Nauheim, Dottenfelder Hof Bad Vilbel, Verein Eulenhaus Butzbach , Bio Hopper Ossenheim, Bio-Frischvermarktung Querbeet/Pappelhof Beienheim, Umsonstladen Friedberg, SOLAWI – solidarische Landwirtschaft Wetterau, Kinderfarm Jimbala Friedberg, Projektgruppe Biodiversität und Landschaftsökologie, Lokale Agenda 21 Friedberg, Mittelhessische Energiegenossenschaft Bingenheim, Verein Lebenswert Nidda und Verein Wetterausicht Bingenheim

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