Dekanat Wetterau

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          Frauenmahl im Schloss Assenheim

          Nahrung für Gaumen, Geist und Seele

          Dekanat WetterauBis auf den letzten Platz besetzt waren die Tische beim Frauenmahl im schönen Schloss Assenheim

          ASSENHEIM: Am Wochenende fand ein Frauenmahl des Evangelischen Dekanats Wetterau auf Schloss Assenheim statt.Unter dem Titel „Essen -Reden-Reformieren“ ging es nicht nur um ein gutes, gemeinsames Essen. Zwischen den vier Gängen des Menüs inspirierten kurze engagierte Tischreden die Teilnehmerinnen – wie damals im Hause Luthers. An den langen Tafeln im Festsaal des Schlosses konnten die Beiträge anschließend diskutiert werden.

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          Die Schauspielerin Sarah Dallimore, die Luthers Ehefrau Katharina von Bora überzeugend verkörperte, versetzte die 78 Teilnehmerinnen des Frauenmahls in die Zeit der Reformation.  Mit viel Humor transportierte sie Katharinas Entschlossenheit: "Ich will mitschreiben an Martins Schriften – nicht nur an seinen Schriften – nein an der Weltgeschichte!“ 

          Die ehemalige hessische Kultusministerin Karin Wolff stellte in ihrer Rede die Reformatorin Argula von Grumbach vor, eine der ersten weiblichen Autorinnen des Protestantismus. Sie habe Briefe mit Spalatin und Osiander ausgetauscht und sich mit Luther auf der Veste Coburg getroffen. Ihr Eintreten für die Reformation habe ihr viel persönliches Leid eingebracht, so Wolff. Trotzdem habe sie sich in ihrer Haltung nicht beirren lassen. Diese Standfestigkeit, von der auch Luthers ‚hier stehe ich, ich kann nicht anders‘ zeuge, sei inspirierend auch für Frauen heute. „Diese Haltung ist keine Sturheit sondern Bereitschaft zu weiterer Auseinandersetzung,“ sagte Wolff.

          Zwischen den Redebeiträgen zauberte der Koch Reiner Neidhart aus Karben kulinarische Hochgenüsse auf die Teller der Gäste. Was im späten Mittelalter auf den Tisch kam, sei ihm eine Inspiration für sein Menü gewesen, erklärte Neidhart den interessierten Zuhörerinnen. Kartoffeln und Tomaten habe es zu Zeiten Luthers nicht gegeben, dafür jede Menge frische Kräuter aus Katharina von Boras Garten. 

          Die Co-Direktorin der Europäischen Schule Rhein-Main Gitta Lotz berichtete über ihre persönliche Bildungsbiographie. Nach dem Studium sei sie nach Süd-Ost-Asien gereist. „Dort hat sich mein Blick für die Wichtigkeit von Bildung geschärft,“ erklärte die Pädagogin.   Schon als Schülerin sei ihr deutlich geworden, dass Lernen eigentlich Spaß machen sollte. Heute versuche sie diesen Gedanken an ihrer Schule in Bad Vilbel umzusetzen. Damit Bildung gelingen könne, brauchen Kinder vor allem Geborgenheit, Zuversicht, Zeit sich zu entwickeln und positive Vorbilder, so Lotz.

          Rita Stoll, Referentin für Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung des Evangelischen Dekanats Büdinger Land, sprach über den Bildungsbegriff der Reformation. Für die Reformatoren Luther und Melanchton sei Bildung ein großes Anliegen gewesen. Es gebe für Eltern kein besseres Werk, so Luther, als ihre Kinder wohl aufzuziehen. „Denn dasselbe ist ihre richtigste Straße gen Himmel.“ Zur Bildung gehöre nicht nur formal angeeignetes Wissen, sondern auch die Vermittlung von Werten und Haltungen. Die Kinder zu lieben und wertzuschätzen, sei die wichtigsten Aufgabe für Eltern, sagte Stoll.

          Die Cellistin Lydia Blum sorgte für die musikalische Untermalung des stimmungsvollen Abends. Bildungsreferentin Britta Laubvogel hatte das Frauenmahl gemeinsam mit einem Team aus fünf Mitarbeiterinnen organisiert. Die Karten für die Veranstaltung waren bereits Wochen vorher ausverkauft. „Der besondere Ort hier im Schloss hat sehr zum Gelingen des Abends beigetragen,“ sagte die Assenheimer Ortspfarrerin Rita Mick-Solle. Sie bedankte sich bei Philip Graf zu Solms-Rödelheim und Assenheim, der den Festsaal seines Schlosses für die Veranstaltung des Evangelischen Dekanats unentgeltlich zur Verfügung gestellt hatte. Der Graf lebt gemeinsam mit seiner Frau und fünf Kindern im Schloss. Auf die historische Verbindung des Schlosses zur Evangelischen Kirche wies Britta Laubvogel hin. Von 1951 bis 1953 diente es als Tagungsstätte der Evangelischen Akademie in Hessen und Nassau.

          In Luthers Haushalt war es üblich, sich zum gemeinsamen Essen und Reden zu treffen. Dem Frauenmahl in Assenheim ist es gelungen, diese Tradition fortzusetzen.  "Es wurde Nahrung für Gaumen, Geist und Seele geboten“ sagte eine begeisterte Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung.     

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