Dekanat Wetterau

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          Sonntagswort: Advent - Zeit der Erinnerung

          Pfarrer Tobias Roßbach, Kath. Pfarrei St. Gottfried, Butzbach, schreibt über besondere Erinnerungen, die der Advent in ihm hervorruft.

          In diesen Tagen des Advents treten sie immer wieder leise in mein Leben. Sie tun es vielfach ganz unvermittelt und überraschen mich. Oft habe ich lange Zeit nicht an sie gedacht, doch plötzlich spüre ich ihre Gegenwart. Während ich den Teig für das Weihnachtsgebäck knete; wenn ich den Adventskranz wickle; auch während ganz alltäglicher Beschäftigungen stehen die Menschen ganz dicht hinter mir, die alle bereits nicht mehr auf dieser Welt sind. Es sind meine verstorbenen Angehörigen, Freunde, Bekannte und Nachbarn.

          Es sind Menschen, die mein Leben über mehr oder weniger lange Strecken begleitet haben. Vielleicht ist die Seele in dieser Zeit besonders offen und empfänglich für diese Begegnungen, weil die Erinnerungen an die eigene Lebensgeschichte und vor allem an die eigene Kindheit in diesen Tagen und Wochen besonders lebendig sind. Wenn ich dann mit meiner Mutter telefoniere, dann lachen wir oft bei unseren Erzählungen: „Weißt du noch, die Oma, der Onkel, die Tante…?“ Wir stellen dabei immer wieder verwundert fest, was wir von ihnen übernommen und in unser eigenes Leben hinein übersetzt haben. Ihre Lebensweisheiten, ihre Redewendungen und manchmal auch ihre Eigenheiten. Was wären wir ohne sie?

          Als ich im pastoralen Dienst meine erste Adventszeit in einer Gemeinde erlebte, war ich dort bei den Gottesdiensten verwundert über die Fülle der Gebetsanliegen für die Verstorbenen. Die Namen, die in den Fürbitten verlesen wurden, wollten kein Ende nehmen. Die Absicht der Gläubigen war klar: Keiner sollte vergessen sein. Die Liebe und Verbundenheit sind durch den Tod nicht weniger geworden.

          Wenn ich jetzt im Advent den Gottesdienst feiere, flechte ich die vielen, vielen Namen in die Gebete ein und spüre dabei, wie nahe mir diese Menschen sind, gerade wenn ich mit Gott in Verbindung trete. Advent heißt übersetzt „Ankunft“. Ich glaube, dass sie bereits dort bei IHM angekommen sind, dort, wohin wir noch unterwegs sind. Einstweilen begleiten sie mich, bis wir den Advent feiern, der kein Ende hat.

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