Dekanat Wetterau

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote des Dekanates Wetterau zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

          AngeboteÜbersicht
          Menümobile menu

          Detailansicht

          Sonntagswort: Kennen Sie Hermann?

          Im Impuls von Kristian Goletz, Vikar in der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Karben, geht es ums Teilen. Und darum, was der Segen mit einem Kuchen zu tun hat.

          Ich erinnere mich noch an meine Kindheit, ich war vielleicht sechs oder sieben Jahre alt, als eine Freundin ganz begeistert anrief und vor lauter Ekstase ins Telefon schrie: „Wollt ihr einen Hermann?“ Ich konnte damit wenig anfangen. Ich kannte Hermann nicht. Und so viel Platz, dass da noch jemand bei uns einziehen konnte, hatten wir auch nicht. War ja zu fünft schon manchmal ziemlich eng.

          Aber es stellte sich heraus, Hermann ist ein Kuchen. Besser gesagt ein Teig. Üblicherweise bekommt man ihn von wohlmeinenden Menschen überreicht. Man lässt ihn ein paar Tage ruhen, füttert ihn mit Zucker und Mehl und Milch und lässt ihn noch ein paar Tage ruhen. Zwischendurch umrühren. Dann teilt man ihn in vier Teile. Drei Teile verschenkt man und aus dem Vierten backt man einen leckeren Kuchen. Die verschenkten Teile werden dann wieder ruhen gelassen, gefüttert, ruhen gelassen, weitergegeben und gebacken und immer so weiter. Im Grunde wie ein Schneeballsystem. Nur ohne Kapitalismus. Und am Ende essen alle Kuchen. Vielleicht sogar mit Sahne.

          Etwa 4000 Jahre früher geschah das: „Ich will dich segnen […] und du sollst ein Segen sein“, sagt Gott zu Abraham, bevor dieser loszieht in ein unbekanntes Land. In eine unbekannte Zeit. Gottes Segen begleitet Abraham auf seiner Reise. Es ist dieser Segen, den wir Kindern und Jugendlichen mitgeben, wenn sie getauft oder konfirmiert werden. Ein Segen, der uns begleitet, den wir mitnehmen können. Zum Beispiel als Reisesegen, wenn wir in den Urlaub fahren.

          Es ist aber auch ein Segen, den wir weitergeben können. Vielleicht sogar weitergeben sollen. So dass sich Gottes Segen immer wieder in der Welt ausbreiten kann. Gerade dort, wo wir ihn nicht entdecken können. „Du sollst ein Segen sein!“ heißt nämlich auch „Du kannst ein Segen sein!“ Das macht doch Mut.

          Wir empfangen den Segen. Wir geben den Segen weiter. Und trotzdem behalten wir ihn dabei. Wie einen Hermann. Und wer weiß, vielleicht gibt es am Ende, also ganz am Ende, sogar Kuchen – für alle.

          Diese Seite:Download PDFDrucken

          to top