Dekanat Wetterau

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          Sonntagswort: Mein Lieblingscafé

          Pfarrer Dr. Peter Noss, Referent für Ökumene und Dialog im Ev. Dekanat Wetterau, schreibt über Gastfreundschaft, wie sie in der Bibel steht.

          „Ciao ragazzi!“ Wir werden wie Stammgäste begrüßt in meinem Lieblingscafé. Mittags ist kaum noch ein Platz zu kriegen. Macht nichts, dann stehen wir eben, mein Kollege und ich. Ich liebe dieses Café. Der Cappuccino ist immer gut, die Stimmung erst recht. Mitten in einer deutschen Kleinstadt ein typisch italienisches Café. Und es funktioniert. Alle kommen her: Opa Hermann mit seiner Frau Ilse: Sie haben gerade eingekauft für das Wochenende. Die Tüten stehen am Tisch. Sie werden genauso freundlich begrüßt wie die drei Schülerinnen, die am Tresen Schokolade to go bestellt haben. In der Ecke am Fenster sitzt Herr Müller von der Sparkassenfiliale mit Zeitung und Espresso. Daneben zwei Handwerker, die sich in einer mir nicht bekannten Sprache unterhalten. Wer hinten durchgeht, will zum beheizten Pavillon, da darf man rauchen.

          Es ist das beste Café, das ich kenne. Jeder kommt, die Stimmung ist unkompliziert, die Preise unschlagbar. Ich habe selten jemanden gesehen wie die Chefin hinter und vor dem Tresen, die so schnell und leicht eine Espresso-Maschine bedienen kann. Mit ihr kann man wunderbar plaudern. Ihr Mann ist für die Logistik des Cafés zuständig. Zwei jüngere Frauen tragen die Getränke zu den Tischen, auch sie sprechen Italienisch. Der Sohn kommt nach der Schule manchmal vorbei, macht seine Hausaufgaben an einem der Tische.

          So stelle ich mir Gastfreundschaft vor, wie sie in der Bibel steht. Da werden Fremde versorgt und bewirtet, egal woher sie sind. Sie bekommen in der Bibel sogar noch einen Segen mit auf ihren Weg. Klar – die beiden betreiben ihr Café nicht kostenlos. Aber sie geben ihren Gästen etwas, das nicht auf die Rechnung kommt. Das Gefühl: Hier bist du willkommen, egal wer du bist. Die Vielfalt in ihrem Café schließt niemanden aus. Das ist gelebte Gastfreundschaft, ich fühle mich gesegnet. Nur so funktionieren Gesellschaft und Gemeinschaft. Alle können kommen, alle können bleiben, jeder bekommt seinen Getränkewunsch erfüllt. Die Trinkgeldkasse klingelt. Wir gehen zurück an die Arbeit. Morgen bin ich wieder da.

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