Dekanat Wetterau

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          Chorklassiker und virtuoses Orgelspiel in Bad Vilbel

          Christuskirchengemeinde Bad VilbelChorleiterin Geraldine Groenendijk und Orgelprofessor Simon Harden inmitten der Bad Vilbeler Kantorei

          Durch drei Jahrhunderte bewegten sich die Zuhörer in der Christuskirche gemeinsam mit der Kantorei und dem aus Irland eingeflogenen Christuskirchen-Alumni Simon Harden unter der Leitung von Geraldine Groenendijk. Neben zwei großen Klassikern der Chorliteratur wurden am vergangenen Samstag auch anspruchsvolle moderne Kompositionen für die Orgel vorgetragen.

          Den Anfang machte Mozarts Missa Brevis in G-Dur. Die klassische Komposition tauchte vom ersten Klang an die Kirche in eine anmutige Atmosphäre, deren konzentrierte Stimmung bis zum Ende des Abends anhalten sollte. Die zu Deutsch „kurze Messe“ folgte mit ihrer liedhaften Struktur dem Typus der „Missa pastoralis“. Während hier die beiden Solisten, abgesehen von kurzen Bariton-Einschüben ,außen vor waren, konnte der Chor mit seiner ruhigen Stimmigkeit und der ausgesprochen homogenen Artikulation glänzen. Die feinen Nuancen dieses kompakten Werkes wurden von den engagierten Sängerinnen und Sängern der Kantorei gut ausgearbeitet. Hörbar war auch die stimmliche Weiterentwicklung der Kantorei, die nicht zuletzt der Stimmbildung durch die Solistin Sophie Wenzel geschuldet war. Nach den sechs Teilen dieses melodienseligen Werkes folgte ein stilistischer Seitenwechsel.

          Während sich der Chor eine Pause gönnte, veranschaulichte Simon Harden sein sowohl technisch sauberes wie auch musikalisch virtuoses Spiel. Mühelos präsentierte der irische Orgelprofessor die teilweise äußerst atonalen Stücke. Die eindrucksvolle Registrierung und die strukturell aufregenden Kompositionen zeigten wieder einmal die klangliche Vielfalt der Orgel dieser Kirche.

          Mit Guillaume Connessons Stück „Nihil durare potest tempore perpetuo” zeigte sich gleich zu Beginn des solistischen Einsatzes von Harden ein rhythmisch und klanglich abstraktes Werk. Dieser zeitgenössische Stil wurde mit Petr Ebens „Davids Tanz vor der Bundeslade“ aus „Vier Biblische Tänze“ fortgesetzt. Zum Abschluss dieses Dreierpacks kam mit „Salamanca“ von Guy Bovet ein effektvolles Stück zu Gehör, dessen teilweise meditativ-rhythmischer Duktus die Zuhörer sichtlich ansprach.

          Nach einem ausführlichen Applaus für den internationalen Gast schloss das Programm wieder die stilistische Klammer, indem die Kantorei weiterhin begleitet von Harden gemeinsam mit den beiden Solisten Sophie Wenzel und Florian Conze das Requiem von Gabriel Fauré darbot. Mit diesem Highlight der Chorliteratur wurde das stimmliche Potential der Kantorei spürbar. Dabei zeigte der Chor ein feines Gefühl für die klangliche Ausgewogenheit, das sich besonders in den ruhigen Momenten dieses nachdenklichen Werkes auszahlte.

          Eindrucksvoll waren auch die beiden Solisten. So präsentierte etwa Sophie Wenzel im „Pie Jesu“ eine feine Artikulation, indem sie das Vibrato geschickt einsetzte und dabei das volle Volumen ihrer angenehm warmen Stimme erahnen ließ. In gleicher Weise überzeugte der Bariton Florian Conze mit einer starke stimmlichen Leistung, während er souverän den Kirchenraum akustisch füllte. Tonal sicher und ausdruckstark harmonierte er leichtgängig mit der Kantorei.

          Ein runder musikalischer Abend endete nicht ohne den insistierenden Aufruf des Publikums nach einer Zugabe, dem die Musiker mit „Libera me“ auch gerne nachkamen – für ein Requiem nicht ganz üblich. Es zeigte sich einmal mehr die künstlerische Vielfalt in der Bad Vilbeler Musiklandschaft, zu der die Kantorei der ev. Christuskirche einen wichtigen Beitrag leistet.

          Tobias Rheintal

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