Dekanat Wetterau

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          Dekan Guth auf dem Mitmach-Acker in Berstadt

          Dem Landfraß die Harke zeigen

          Pfannemüllerv. l. Anette Breit von der Bürgerinitiative „Bürger für Boden“, Dekan Volkhard Guth

          WÖLFERSHEIM-BERSTADT: Normalerweise ist Gärtnern eher sein privates Vergnügen. Am Sonntag nahm der evangelische Dekan Volkhard Guth die Harke in Hand, um damit auf ein Problem aufmerksam zu machen: Den drohenden Verlust von 30 Hektar wertvollem Ackerboden in Wölfersheim-Berstadt. Zahlreiche interessierte Bürger waren am Sonntag ebenfalls auf den Acker gekommen, um am Bauwagen der Bürgerinitiative „Bürger für Boden“ ihren Unmut über das Bauprojekt kundzutun.

          Den Mitmach-Acker hatte Rosenbauer Werner Ruf aus Steinfurth angelegt, um  gegen den Bau eines Rewe-Logistikzentrums an genau der Stelle zu demonstrieren, wo es gebaut werden soll. Gemeinsam mit Ruf lädt die Bürgerinitiative »Bürger für Boden« jeden zweiten Sonntagnachmittag auf das Gelände ein. Dort können sich interessierte Bürger am Protest-Gärtnern beteiligen und Gemüse anbauen. Damit soll die besondere Ertragskraft des Bodens an diesem Standort demonstriert werden. Auf dem Gemeinschaftsacker ist mittlerweile eine kleine blühende Landschaft entstanden. 

          Dekan Guth kritisierte, dass ausgerechnet der Rewe-Konzern, der mit Lebensmitteln handelt und sich die Vermarktung von Regionalprodukten auf die Fahnen geschrieben hat, ein Logistikzentrum auf dem besten Ackerland der Wetterau errichten will. Er sei nicht gegen die Errichtung eines Logistikzentrums an sich, sondern gegen diesen Standort, sagte Guth, weil der Boden dort eine außerordentliche Güte aufweise. „Warum müssen ausgerechnet die Flächen mit dem besten Boden versiegelt werden?“, fragte der Dekan. Bei Gesprächen mit dem Rewe-Konzern sei deutlich geworden, dass das Thema Bodengüte bei bisherigen Planungsprojekten keine Rolle gespielt habe. Rewe habe zugesichert, dies zukünftig bei Bauvorhaben zu berücksichtigen, sagte Guth. Nicht der Rewe-Konzern, sondern die Kommune Wölfersheim sei für die Entscheidung verantwortlich, das Logistikzentrum an einem Ort anzusiedeln, das kein Gewerbegebiet sei. Entgegen dem Flächennutzungsplan Äcker in Gewerbeflächen umzuwidmen, sei ein „Dammbruch“ kritisierte Guth.

          Das Logistikzentrum hat eine Grundfläche von 100 000 Quadratmetern und verändert mit seinen gigantischen Ausmaßen das Landschaftsbild der Auenlandschaft der Wetterau ganz erheblich. Die bis zu 35 Meter hohe und 660 Meter lange Halle umfasst mehr als zwei Millionen Kubikmeter umbauten Raum. Das hohe Verkehrsaufkommen, das ein Logistikzentrum mit sich bringe, die taghelle Beleuchtung in der Nacht mitten in der Fläche hält Guth ebenfalls für problematisch. Der Dekan fordert eine Debatte um Identität und Kultur der Wetterau. 

          Mit seiner Kritik steht Guth nicht alleine. Ein breites Bündnis aus Kirchen, Landwirtschafts- und Naturschutzverbänden hatte sich bereits vor einem Jahr gegen die Pläne der Gemeinde Wölfersheim gewandt, am Rand von Berstadt 30 Hektar Land für ein Rewe-Lager zur Verfügung zu stellen. Das Evangelische Dekanat Wetterau mache bereits seit vielen Jahren darauf aufmerksam, wie wichtig der Erhalt der Wetterauer Böden ist, sagte Guth. Der Wegfall von Agrarflächen sei ein weltweites Problem und deshalb setze sich die evangelische Kirche für ein globales Denken und Handeln ein.  Gemeinsam mit dem Bauernverband hatte das Dekanat 2008 die Tage des Wetterauer Bodens initiiert.

           

           

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