Dekanat Wetterau

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote des Dekanates Wetterau zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

          AngeboteÜbersicht
          Menümobile menu

          Nähe zu Gott durch Exerzitien:

          Der stille Weg zu Ostern hin

          Unsplash

          „Bleib mit deiner Gnade bei uns“, singt die Gruppe im Gemeindezentrum West in Friedberg. Es ist ein Abschlusslied der vierteiligen Veranstaltung „Ostern entgegen – Exerzitien im Alltag der Passionszeit“ des Evangelischen Dekanats Wetterau.

          Ihm-Fahle

          Exerzitien sind ein Weg, um die Nähe zu Gott mit geistlichen Übungen zu suchen. Vielen Gläubigen ist dies gerade vor Ostern wichtig, aber es gibt auch Angebote an anderen Terminen.  

          Pfarrerin Claudia Ginkel leitet die Veranstaltung schon seit Jahren, nun erstmals zusammen mit dem Pfarrer i. R. Matthias Gärtner. Denn die Nachfrage wächst, wie Gärtner erläutert: „Wir hatten diesmal 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.“ Eine Friedbergerin beschreibt, wieso sie schon zum zweiten Mal dabei ist: „Es hat mir beim ersten Mal sehr gutgetan.“ Eine andere Frau ergänzt: „Exerzitien tragen mich durch den ganzen Tag.“ Und wie eine Dritte erläutert, sensibilisieren die geistlichen Übungen sie sehr für andere Menschen. Für die Exerzitien gebe es eine Voraussetzung: „Es ist wichtig, bereit zu sein, täglich eine halbe Stunde Zeit für das Gebet und die Meditation zu nehmen.“ Dies erscheine zunächst einfach, falle mitunter jedoch schwer. „Man muss sich disziplinieren, aber von dort ordnet sich für mich der ganze Tag leichter.“

          Das diesjährige Motto hieß: „Der Sehnsucht auf der Spur. Exerzitien im Alltag mit Worten von Charles de Foucault.“ Wie Ginkel erklärt, stand für jede Woche eine andere biblische Geschichte im Mittelpunkt, darunter die Heilung des blinden Bartimäus und die Geschichte der Sternendeuter. Für jeden Tag gibt es einen inhaltlichen Impuls, mit dem sich die Teilnehmer zu Hause befassen, um bei Gott und Jesus zu verweilen. Ein Beispiel ist, als Bartimäus „Jesus, erbarme dich meiner“ ruft. Die Umstehenden fordern ihn auf, still zu sein – Bartimäus wiederholt seinen Ruf umso lauter. Bei diesem Impuls geht es darum, der Sehnsucht Raum zu geben und sich nicht abbringen zu lassen. „Denn diese Erfahrung macht der Mensch im Alltag oft, zu glauben oder vermittelt zu bekommen: ‚Das darfst du nicht denken.‘“ Exerzitien wollen laut Ginkel erreichen, verstärkt die eigene Stimmung wahrzunehmen.  

          Wie die Pfarrerin empfiehlt, sollte man sich die Zeit am besten morgens nehmen. Gut sei, sich einen festen Platz einzurichten, vielleicht einen Tisch mit einem Stein, einer Blume, Kerze oder einem Kreuz darauf. Gedanken bei der Innenschau können sein: „Wie spüre ich meinen Körper? Hatte ich einen Traum, bin ich müde?“ Die Exerzitien gehen beispielsweise mit Singen, Stille- und Atemübungen oder Gebärdengebeten einher, was frei gestaltbar sei. Wunsch von Bartimäus war es, zu sehen. In Verbindung mit diesem Impuls horcht man in sich hinein, stellt Fragen wie: „Welche Sehnsüchte habe ich? Was ist in mir, das nicht gelebt werden konnte?“ In der Geschichte der Sterndeuter wiederum geht es um die Suche nach dem neugeborenen König. Die Sterndeuter vermuten ihn in Jerusalem, doch die Schriftgelehrten und Pharisäer verweisen auf Bethlehem. „Das heißt, dass sich Gott gerade im Unscheinbaren findet. Es geht darum, im normalen Alltag ein Gefühl zu entwickeln; ‚Kann da etwas von dem Göttlichen durchscheinen?‘“, sagt Ginkel. Denn die Freundlichkeit Gottes lasse sich auch in den kleinen Dingen entdecken.

          Wertvoll sei der Austausch in der Gruppe. Bei den Treffen soll jeder zu Wort kommen, um zu beschreiben, was in der Woche wichtig war. Nicht immer täten dies aber alle. „Manch einer findet eventuell den Impuls nicht gut, konnte damit nichts anfangen.“ Nicht nur morgens, auch abends können Exerzitien dazugehören: mit einem Gebet, dem Blick auf den Tag und der Prämisse: „Gott schaut auf alles mit liebenden Augen. Auf das, was mir begegnet, passiert ist und was ich getan habe.“

          Text: Petra Ihm-Fahle

          Weitere Exerzitien-Angebote im Evangelischen Dekanat Wetterau: Mediationstag „Unruhig ist mein Herz, bis es Ruhe findet in dir“, Samstag, 18. Mai (9.30-17.30 Uhr) im Ordenshaus Johanniter, Butzbach-Nieder-Weisel. Im Geistlichen Zentrum Johanniter Komturei in Butzbach-Nieder-Weisel: Exerzitien-Wochenende von Freitag, 3. Mai bis Sonntag, 5. Mai. Stiller Tag, Samstag, 11. Mai, 9.30-17.30 Uhr. Exerzitien-Wochenende, Freitag, 16. August bis Sonntag, 18. August. Weitere Infos www.johannitergemeinde.de.  

           

           

          Diese Seite:Download PDFDrucken

          to top