Dekanat Wetterau

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          Pfarrer Jürgen Seng im Porträt:

          Gottesmann mit Bodenhaftung

          PfannemüllerNeuer Pfarrer auf dem Heilsberg: Jürgen Seng

          Jürgen Seng ist im Gespräch schnell in seinem Element. Die Leidenschaft, mit der er seinen Beruf lebt, spricht aus jedem Satz.

          Dabei wird ihm der Beruf des Pfarrers nicht in die Wiege gelegt. Zunächst absolviert er eine Fleischerlehre, um das Geschäft seiner Eltern zu übernehmen. Doch sein Herz schlägt woanders. Die christliche Botschaft spricht ihn an und so beginnt er, sich ehrenamtlich bei der Kirche zu engagieren. Seng gestaltet Kindergottesdienste, wird als 21-jähriger in den Kirchenvorstand gewählt und macht eine Ausbildung zum Prädikanten. Mit 25 Jahren beschließt er, seine Berufung zum Beruf zu machen. „Ich hatte einen langen Weg vor mir, denn ich musste zunächst das Abitur nachholen,“ berichtet Seng. In dieser Zeit werden die beiden Söhne geboren.

          Verstehen, was die Menschen bewegt

          Nach dem Theologiestudium gibt es zunächst keine freie Pfarrstelle für ihn. Doch Jürgen Seng ist niemand, der so leicht den Kopf hängen lässt. Die zweieinhalbjährige Wartezeit nach dem Studium überbrückt er als Briefträger. „Einmal habe ich einer alten Frau eine Wäscheschleuder geliefert,“ erinnert er sich. „Die habe ich dann auch gleich aufgebaut.“ Seine anpackende Art kommt ihm auch als Gemeindepfarrer im Kirchspiel Hartershausen im Vogelsberg zugute. Dort ist er 15 Jahre lang zuständig für fünf Dörfer. „Ich bin dankbar für meinen beruflichen Weg, auch wenn er nicht geradlinig war“, sagt er. „Ich kann gut verstehen, was die Menschen bewegt.“ Der Theologe engagiert sich zehn Jahre lang im Synodalvorstand des Dekanats Vogelsberg, in den letzten zweieinhalb Jahren in der Funktion des stellvertretenden Dekans.

          Gegenseitige Sympathie auf dem Heilsberg

          Pfarrer Seng und seine Frau Britta haben den Umzug vom Schlitzerland nach Bad Vilbel bereits vollzogen. Die Kisten im neu renovierten Pfarrhaus sind ausgepackt und auch der 15 Jahre alte Jagdhund hat bereits sein Eckchen im Arbeitszimmer des Pfarrers gefunden. „Als ich am 4. Advent hier meine Vorstellungspredigt gehalten habe, war ich gleich begeistert von der Gemeinde.“ Die Sympathie beruht auf Gegenseitigkeit, denn die Gemeindeversammlung entscheidet sich noch am gleichen Tag für ihn als Pfarrer. Besonders beindruckt den 55-jährigen das kirchenmusikalische Angebot auf dem Heilsberg. Näher an der Großstadt Frankfurt zu wohnen und dort ohne großen Anfahrtsweg ins Theater oder Konzert gehen zu können, gehört zu den Vorteilen seines neuen Wohn- und Arbeitsortes. Während der Pfarrer im Kirchspiel Hartershausen für fünf Kirchen zuständig war, freut er sich darauf, sich auf dem Heilsberg auf eine Predigtstätte konzentrieren zu können. Dass ihr neuer Pfarrer als gelernter Fleischer auch gerne mal eine hausmacher Wurst zum Gemeindefest beisteuert, dürfte den Mitgliedern auch gefallen.

          Kirchen als Orte der Stille

          Der engagierte Seelsorger macht sich darüber Gedanken, welche Bedürfnisse die Menschen in seiner Gemeinde haben und was sie von der Kirche erwarten. Er habe immer gerne Freizeiten und Gemeindefahrten angeboten, möchte aber lieber erst einmal hinhören, bevor er neue Ideen entwickelt. Immer mehr Aktivitäten anzubieten hält Seng ohnehin für den falschen Weg. „Als Kirche haben wir den modernen Menschen etwas zu bieten, was heute mehr und mehr verloren geht, nämlich die Stille,“ sagt Seng. Kirchen seien Rückzugsorte, in denen die Hektik des modernen Lebens einen Moment pausieren dürfe. So wie in der biblischen Geschichte von Elijah, der Gott begegnen will und ihn nicht in Sturm und Beben findet, sondern im leisen Säuseln des Windes.

          Ein bodenständiger Seelsorger

          Jürgen Seng ist ein bodenständiger Mensch, der gerne beibehält, was er einmal liebgewonnen hat. Das Motto für seinen Lebensstil ist sein Lieblingslied: „Ich war noch niemals in New York“. So fährt er schon seit Jahren immer nach Langeoog in den Urlaub. Nur zweimal hat er eine Flugreise unternommen, zuerst nach Griechenland und dann nach Israel. An seinem Beruf mag er vor allem Taufen, Trauungen und Beerdigungen. „Und natürlich Seelsorgegespräche,“ ergänzt er. Dabei hat er gerade für diejenigen ein offenes Ohr, die nicht auf der sonnigen Seite des Lebens stehen.

          Pfarrer Jürgen Seng wird am Sonntag, 25. August, um 15 Uhr von Dekan Volkhard Guth in der Evangelischen Kirche in Bad Vilbel-Heilsberg in sein Amt eingeführt.

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