Dekanat Wetterau

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          Neues Leben?

          Pfarrer Dr. Klaus Neumeier, Ev. Christuskirchengemeinde Bad Vilbel

          2019 – fünf Wochen alt! Was ist geworden aus den Vorhaben für das neue Jahr? Alles schon aufgegeben? Wie in den Jahren zuvor auch? Das mit dem Verzichten aufs Rauchen oder das Reduzieren vom Autofahren, das mit dem Abnehmen und dem Sport, das mit der Geduld gegenüber dem Arbeitskollegen oder dem eigenen Kind? Ja: Neujahrsvorsätze haben oft eine sehr kurze Halbwertszeit. Neuanfänge sind gar nicht so leicht…

          Warum eigentlich? Es geht doch eigentlich immer um eine Lebensveränderung, die wir wollen und von der wir überzeugt sind, dass sie uns gut tut! Trotzdem: Neuanfänge sind nicht leicht, weil wir uns mit Veränderungen generell nicht leicht tun. Es ist so bequem, am Gewohnten festzuhalten. Der Vorteil des Vertrauten liegt ja gerade daran, dass es uns vertraut ist, dass wir vieles tun, ohne dass wir groß darüber nachdenken müssen. Routine eben. Und Routine ist generell sehr hilfreich. Nur bei schlechten Gewohnheiten wird sie zum Problem und erschwert die Neuanfänge, selbst wenn wir sie ernsthaft wollen. 

          Kurze Unterbrechung: Es ist der Montag dieser Woche und ich lese einen kurzen Abschnitt in der vorgeschlagenen Tageslese in der Bibel. Es geht derzeit um den Brief von Paulus an die Gemeinde in Rom. Die Taufe ist das Thema und Paulus schreibt vom Neuanfang, den die Taufe darstellt. Als damals ausschließlich Erwachsene sich haben taufen lassen, da war das mit dem Neuanfang wirklich erfahrbar: Wer zum Glauben an Jesus Christus gekommen war, der hat viel Altes hinter sich gelassen und zusammen mit Christus und in seinem Namen ein neues Leben angefangen: Untertauchen und symbolisch begraben werden – und auftauchen und ein neues Leben als Christin oder Christ beginnen. Klar: Damals wurde in Flüssen getauft mit richtigem Untertauchen. Da war das wirklich erlebbar. Unsere Praxis der Taufe in der Nidda knüpft an diesem altchristlichen Brauch an.

          Aber dann schreibt Paulus an die Christengemeinde in Rom, dass dieses neue Leben nach der Taufe auch für Christenmenschen nicht so leicht ist, wie sich die Theorie anhört: „Jetzt seid ihr tot für die Sünde, aber weil ihr mit Christus verbunden seid, lebt ihr für Gott“ (Römer 6,11). Paulus schreibt den ganzen Abschnitt vor allem auch deswegen, weil das Leben dieser Theorie eben nicht leicht ist. Aber zugleich ermutigt er die Menschen damals und heute zum Neuanfang: Ihr dürft und ihr könnt Schlechtes hinter euch lassen und euer Leben neu ausrichten. Und Paulus ist sich sicher: Jesus Christus ist an seiner Seite und hilft genau dabei. Leben in seiner Gegenwart gibt Kraft und Mut, Neuanfänge wirklich werden zu lassen.

          Fünf Wochen nach dem Beginn von 2019 mache ich Ihnen Mut: Gute Vorsätze sind lebbar. Und wenn sie im Sinne Christi sind verheißt er Ihnen seine Begleitung und Kraft.

          Pfarrer Dr. Klaus Neumeier, Ev. Christuskirchengemeinde Bad Vilbel

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