Dekanat Wetterau

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote des Dekanates Wetterau zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

          AngeboteÜbersicht
          Menümobile menu

          Karben-Burg-Gräfenrode:

          Oberburg soll verkauft werden

          Die Kosten für die Gebäudeerhaltung der historischen Oberburg übersteigen langfristig die finanziellen Möglichkeiten der kleinen evangelischen Kirchengemeinde in Burg-Gräfenrode. Deshalb hat sich der Kirchenvorstand zum Verkauf des Gebäudes entschlossen.

          Die Oberburg in Burg-Gräfenrode ist seit 1867 im Besitz der evangelischen Kirche. Zusammen mit dem Lieselturm gehört sie zu den Wahrzeichen des Ortes. Bis Juni 2017 war dort die evangelische Kindertagesstätte Zwergenburg untergebracht, die aufgrund von Mängeln bei der Elektroinstallation im vergangenen Sommer aus der Oberburg ausziehen musste. Die Kita Zwergenburg ist derzeit in einem Ausweichquartier in der Bücherei untergebracht.

          Der Kirchenvorstand der Gemeinde Burg-Gräfenrode hat in den letzten Monaten verschiedene Überlegungen angestellt, was mit der Oberburg geschehen könne, nachdem im vergangenen Jahr die Kita aufgrund der mangelhaften Elektrik ausziehen musste. Diese Überlegungen erfolgten in Absprache mit der Stadt Karben. Zunächst ging die Kirchengemeinde davon aus, dass eine neue Kita auf dem Gelände der Oberburg gebaut werden soll. Zu diesem Zweck hätte die Kirche einen Teil des Burggrundstücks an die Stadt verkauft, damit die Stadt dort den Kita-Neubau errichten kann. Nach einer Bürgerversammlung hat die Stadt jedoch entschieden, dass die Kita im Bindweidgraben ihr neues Zuhause finden wird.

          Eine Veräußerung eines Teils des Burggrundstücks an die Stadt war zwar weiter in der Diskussion, allerdings hätte der Erlös nicht ausgereicht, um die Oberburg umfänglich zu sanieren. Die Renovierung des Gebäudes hätte die gesamten Rücklagen der Gemeinde aufgebraucht, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands, Ina Lauster-Ulrich. In dieser schwierigen Situation habe sich der Kirchenvorstand seine Entscheidung für einen Verkauf der Oberburg nicht leicht gemacht, so Pfarrer Eckard Dautenheimer. Auch im Kirchenvorstand hat es darüber Diskussionen gegeben, schließlich gab es im April eine Mehrheitsentscheidung für den Verkauf. Eine eigens zu dem Thema Oberburg abgehaltene Gemeindeversammlung am 3. Mai machte die unterschiedlichen Positionen im Kirchenvorstand noch einmal deutlich.

          Dekan Volkhard Guth stellte die Diskussion um den Verkauf des historischen Gebäudes in einen größeren Zusammenhang. „Während die Zahl der Kirchenmitglieder aus demografischen Gründen zurückgeht, ist die Zahl der Gebäude gleichgeblieben.“ Das führe dazu, dass die Kirche immer mehr Geld in den Erhalt von Immobilien investieren müsse. Das entspreche aber nicht dem Auftrag der Kirche. „Wir setzen das Geld lieber für Menschen anstatt für Immobilien ein.“

          Bei der Gemeindeversammlung stellte sich bereits ein Kaufinteressent vor. Der Groß-Karbener Philipp Freiherr von Leonhardi ist an der Oberburg interessiert, um dort zukünftig zu wohnen. Als Patron der Kirche fühle er sich dem historischen Ort verpflichtet, sagte von Leonhardi. Sein Konzept sieht vor, dass die Oberburg auch weiterhin als öffentlicher Ort zugänglich bleibt. „Die Roggauer Vereine und Bürger werden das Gelände rund um die Oberburg auch künftig für Feste nutzen können.“ Die Kirchengemeinde würde einen Gemeinderaum in der Oberburg behalten können, auch die derzeitigen Mieter könnten in der Oberburg bleiben. Der Liesel-Turm könne an das Standesamt vermietet werden und würde für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung stehen. „Mein Schloss in Groß-Karben wird jetzt schon in ähnlicher Weise als öffentlicher Ort genutzt,“ sagte von Leonhardi.

          Dekan Volkhard Guth versicherte, dass die Kirche das Gebäude nicht an den Meistbietenden veräußern werde. „Glücklicherweise steht Gewinnmaximierung bei uns nicht im Vordergrund.“ Entscheidend sei vielmehr, dass der neue Käufer ein Konzept vorlegen könne, was den langfristigen Interessen der Roggauer entgegenkomme und die Oberburg als öffentlicher Ort erhalten bliebe. Der Kirchenvorstand hat ein Gutachten zur Ermittlung des Gebäudewertes in Auftrag gegeben. Wenn dies vorliege, könnten weitere potentielle Käufer ein Konzept vorstellen und ein Angebot unterbreiten versicherte Pfarrer Dautenheimer. Dekan Guth kündigte an, es werde eine weitere Gemeindeversammlung zu dem Thema geben.

          Diese Seite:Download PDFDrucken

          to top