Dekanat Wetterau

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          Förderverein für Stationäres Hospiz in der Wetterau

          „Sterbende brauchen Begleitung“

          Ihm-FahleDer Vorstand des Fördervereins Hospiz um Vorsitzenden Stefan Fuchs, hier mit den Kolleginnen Petra Michael, Brunhilde Otto (vorne von links), Marion Osenberg und Katja Bohn-Schulz (hinten von links), will so schnell wie möglich mit der Arbeit beginnen.

          Im März gründete sich in Friedberg der Förderverein für ein stationäres Hospiz. Ziel ist es, den Bau und Betrieb eines Hospizes für den Wetteraukreis zu begleiten.

          Wieso ein Förderverein notwendig ist, erläutert der Vorsitzende des Fördervereins Stefan Fuchs: „Die Krankenkassen geben zwingend vor, beim Betrieb eines Hospizes Ehrenamtliche im Boot zu haben.“ 95 Prozent der Kosten übernehme die Krankenkasse, fünf Prozent müsse das Ehrenamt erbringen, sagt der 54-Jährige, der hauptberuflich das Diakoniewerk Elisabethhaus in Bad Nauheim leitet. In der Gründungsversammlung hatte er sich spontan entschieden, für den Vorsitz zu kandidieren. „Im Leben eines Menschen gibt es zwei entscheidende Momente. Das ist, wenn er auf die Welt kommt und wenn er wieder geht. Beide Male braucht er jemanden, der ihn begleitet. Er benötigt die Sicherheit, dass alles gemacht wurde und er in Ruhe gehen kann. Dafür steht ein Hospiz, und darum mache ich das“, sagt Fuchs. Wie Vorstandskollegin Marion Osenberg ergänzt, müssten viel mehr sterbende Menschen die Möglichkeit eines Hospizes haben. Oft seien die Wege zu weit.

          Ziel des Vereins ist nun, so viel Geld wie möglich zu sammeln. Auf 70 bis 80 000 Euro pro Jahr schätzt der Vorstand den benötigten Betrag. Das Spendenaufkommen möchte der Verein zum Teil durch Mitgliedsbeiträge erwirtschaften, die möglichst niedrigschwellig sein sollen. Noch steht die Höhe nicht fest, die Mitgliederversammlung soll dies am Freitag, 17. Mai beschließen. Im Fundraising werde sich der Verein breit aufstellen, erläutert Vorstandsmitglied Elke Schulze. Kollegin Petra Michel merkt an: „Schon früh haben Menschen bereits gefragt, wo sie sich anmelden und spenden können.“

          Zu der Versammlung am Freitag sind zunächst die Gründungsmitglieder eingeladen. „Danach starten wir“, sagt Fuchs. Homepage und Flyer sollen nach Worten von Schriftführerin Brunhilde Otto sicherstellen, dass der Verein etwas in den Händen hält. Auch Aufnahmeanträge sind laut Vorstandskollegin Katja Bohn-Schulz bereits entworfen. Zwei Vorstandssitzungen waren bereits terminiert, Infoveranstaltungen sollen folgen.

          GfdE interessiert an Trägerschaft

          Die Trägerschaft für das Hospiz möchte die Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau (GfdE) übernehmen. Sie betreibt 13 Alten- und Pflegeheime, Gesellschafter ist die evangelische Kirche in Hessen und Nassau. „Vor etwa eineinhalb Jahren hat der Aufsichtsrat der GfdE das Thema Hospiz aufgenommen“, berichtet Geschäftsführer Karlheinz Hilgert. Für einen guten Standort halte die Gesellschaft die Johanneskirche in Bad Nauheim, um dort anzubauen. „Wir sind diesbezüglich in der Planung und auch interessiert, Träger zu sein“, sagt Hilgert. Die Verhandlungen laufen.

          Das evangelische Dekanat unterstützt die Initiative, wie Dekan Volkhard Guth unterstreicht. „Wir haben einerseits die Nähe zu einigen Hospiz-Initiativen. Andererseits haben wir heute schon Pfarrerinnen und Pfarrer, die im Bereich der palliativmedizinischen Arbeit – stationär wie auch ambulant – Menschen begleiten.“ Tod und Sterbebegleitung seien ein Arbeits- und Auftragsfeld als Kirche in der Region, gleichwohl sei es kein konfessionelles Thema. „Es ist ein Dienst an Menschen, den wir an dieser Stelle tun.“ Wie Ulrich Schröder, Mitglied des Kirchenvorstands der evangelischen Kirchengemeinde Bad Nauheim, erklärt, halte die Gemeinde die Gesundheitsstadt als Standort für geeignet. „Da wir hörten, es gebe derzeit keine alternative Fläche in Bad Nauheim, sind wir gern bereit, die Johanneskirche mit ihrem freien Grundstück nebenan zur Verfügung zu stellen.

          Die Verhandlungen mit den Krankenkassen führt derzeit der Wetteraukreis, der laut Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch als einziger hessischer Landkreis kein eigenes Hospiz hat. Wie Becker-Bösch weiter schildert, seien die Signale seitens der Kostenträger positiv.

          Text: Petra Ihm-Fahle

          Vorsitzender des Fördervereins Hospiz im Wetteraukreis ist Stefan Fuchs, stellvertretender Vorsitzender Bardo Bayer (Rockenberg). Kassenwartin ist Dr. Meike Weyrauch, Schriftführerin Brunhilde Otto. Beisitzer sind Katja Bohn-Schulz, Petra Michel, Marion Osenberg, Elke Schulze, Sinan Sert und Tillmann Weber (alle Bad Nauheim). Beratendes Vorstandsmitglied ist Kreis-Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch. Kontakt gibt es unter der E-Mail-Adresse foerderverein.hospiz.wetterau@gmail.com.     

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