Dekanat Wetterau

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          Gottesdienst auf Pferdehof in Schöneck-Büdesheim

          „Tiere verdienen Schutz und Respekt“

          Ihm-FahlePfarrer Kaarlo Friedrich und Tierarzt Roger Wagner (von rechts) gestalten den Gottesdienst für Mensch und Tier.

          Der Wind rauscht in den Bäumen, Strohballen bieten Sitzgelegenheiten. Ein Stück eines Baumstamms fungiert als Altar beim Pferde-, Pony- und Tiergottesdienst in Schöneck-Büdesheim.

          Dahinter erschließt sich der Blick auf die Koppel des Pferdehofs Zurza, wo die Tiere grasen. Nach und nach treffen die Besucher mit ihren Vierbeinern ein: Peter Schütz etwa, der mit seiner Familie da ist. „Wir haben zwei Hunde. Dies ist eine schöne Gelegenheit, sie auch mal mitzunehmen“, sagt er. Sabine Langer, die sich in der Evangelischen Gemeinde für die Kinder- und Jugendarbeit engagiert, ist ebenfalls mit der Familie zugegen. „Wir haben einen Spaziergang hierher gemacht. Die Kinder sind begeistert von Pferden und Tieren – da haben wir gesagt: „Das lassen wir uns nicht entgehen.“ Mit dem Lied „Danke für diesen guten Morgen“ geht es los.

           

           

          Der evangelische Pfarrer Kaarlo Friedrich aus Büdesheim und Tierarzt Roger Wagner (Karben/Bad Vilbel), die den Gottesdienst leiten, lernten sich bei der Beerdigung des Tierschützers und Stiftungsgründers Bernd Stephan kennen. Die Anregung zu dem Gottesdienst kam schon vorher aus Reiterkreisen, die beiden sprachen über das Thema und beschlossen, das Vorhaben zu realisieren. Den Text der Lieder nun passen sie an, womit es in einer Strophe denn auch „Danke für unsere lieben Tiere“ heißt. Vor dem Gottesdienst hatten die Hunde noch viel gebellt – jetzt sind sie weitgehend ruhig. Ein Rhodesian Ridgeback schließt während eines Liedes entspannt die Augen.

           

          „Tiere liegen dem Menschen am Herzen“, sagt Pfarrer Friedrich. Wie aus der Bibel hervorgehe, habe Gott Adam und Eva die Pflanzen gegeben, um sich zu ernähren. „Liest man diese Verse, könnte man zu der Erkenntnis kommen: Adam und Eva waren Vegetarier, wenn nicht Veganer.“ Die biblischen Geschichten lehrten, genauer hinzuschauen: So wurden durch die Arche Noah mehr Tiere als Menschen in Sicherheit gebracht. Der Walfisch rettete Jona, die Löwen in der Löwengrube krümmten Daniel kein Haar. Tiere seien eine eigene Gruppe in der Schöpfung, durch die Gott handele und sich sichtbar mache. „Sie lehren uns auch, friedlicher miteinander umzugehen. Denn wer aufmerksamer zu den Tieren ist, ist es vielleicht auch zu den Menschen.“ Der Mensch müsse sich der Frage stellen, ob er eine Mücke, Wespe oder Fliege einfach totschlagen darf, obwohl auch sie ein Teil von Gottes Schöpfung ist. „Die Bibel hat dazu eine klare Aussage: ‚Seht zu, dass ihr keine dieser kleinen Kreaturen verachtet.‘“

           

           

          Veterinär Wagner betont: „Tiere verdienen Schutz und Respekt, doch manchmal gehen wir nicht achtsam mit ihnen um. Als Haustiere sind sie eine Quelle der Freude, sie begeistern mit ihrer Liebe und Treue.“ Manche Menschen stellten deshalb Tiere über ihre Artgenossen: Es mache nachdenklich, dass manche Menschen nicht so gut wie Tiere seien. Und auch den Nutztieren, die keine so starke Lobby hätten, gebühre Schutz und Respekt. „Tiere haben Gefühle, empfinden Schmerzen, und auch wenn sie anders denken als wir, so denken sie.“ Zudem hätten Tiere eine soziale Seite, sie seien beispielsweise Rettungshund oder Therapiepferd. Oft sei zu beobachten, dass sie mit jungen Menschen und Behinderten besonders gut umgehen. Es sei wichtig, fährt Wagner fort, den Konsum zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern. Schaffe es jemand nicht, fleischlos zu leben, böten sich Produkte aus artgerechter Tierhaltung an. Denn der Mensch habe eine Verantwortung Erde und Lebewesen gegenüber. Am Ende steht der Segen für die menschlichen und tierischen Gottesdienst-Besucher, das Gedenken an verstorbene Tiere, der Dank und die Bitte an Gott, zu helfen. Pfarrer Friedrich: „Schenke immer mehr Menschen die Einsicht, dass Tiere ein Empfinden und eine Seele haben, dass sie Respekt und Würde verdienen.“ 

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