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          Richter starb in Bad Vilbel

          Trauer um langjährigen Vorsitzenden des Verfassungsgerichts Kurt Ochs

          Peter Franz/pixelio.deTrauerTrauer

          Hessen-Nassau trauert um den langjährigen Vorsitzenden des Kirchlichen Verfassungs- und Verwaltungsgerichts. Richter Kurt Ochs starb am Donnerstag in Bad Vilbel.

          Der langjährige Präsident des Verfassungs- und Verwaltungsgerichts (KVVG) der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Kurt Ochs, ist tot. Der Jurist starb am Donnerstag (19. September) im Alter von 89 Jahren in Bad Vilbel. Ochs stand von 1977 bis 1998 an der Spitze des Kirchengerichts. Der frühere Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht Frankfurt führte sein Amt bei der Kirche ehrenamtlich aus.

           

          Vielfältig engagiert

          Ochs war vielfältig in der evangelischen Kirche engagiert. Mit 31 Jahren ließ er sich zum ersten Mal in den Kirchenvorstand der Christuskirchengemeinde in Bad Vilbel wählen, dem er von 1961 bis 1997 angehörte. Zwischen 1971 und 1973 war er auch Vorsitzender des Dekanatssynodalvorstandes. Er gehörte zudem ab 1968 neun Jahre lang der Kirchensynode an. Für seine Verdienste erhielt die höchste Auszeichnung der hessen-nassauischen Kirche, die Martin-Niemöller-Medaille.

           

          Richtungsentscheidungen 

          In seine Amtszeit am kirchlichen Gericht fielen wegweisende Richtungsentscheidungen. Dazu gehörte unter anderem die Überprüfung des sogenannten Erprobungsgesetztes, das die Einstellung von Pfarrerinnen und Pfarrern in den 1990er Jahren massiv einschränkte.

           

          Berufliche Professionalität 

          Nach Worten des für das Kirchliche Verfassungs- und Verwaltungsgericht zuständigen Präses Ulrich Oelschläger ist „die Pflege des Rechts eine wichtige Voraussetzung für eine geordnete breite Beteiligung am kirchlichen Leben“. Oelschläger: „Dafür hat sich Kurt Ochs mit seiner beruflichen Professionalität ehrenamtlich eingesetzt. Dafür bleiben wir ihm zu großem Dank verpflichtet.“

          Kurt Ochs wurde 1929 in Frankfurt geboren und studierte dort nach dem Krieg Jura. 1959 wurde er nach dem Referendariat Richter im hessischen Justizdienst. Danach ging er ans Oberlandesgericht, wo er schließlich von 1975 bis 1995 Vorsitzender Richter blieb. Der Witwer hinterlässt zwei erwachsene Söhne. Die Trauerfeier findet am 27. September um 9.30 Uhr auf dem Friedhof in Bad Vilbel (Lohstraße) statt.

           

          Hintergrund

          Das kirchliche Verfassungs- und Verwaltungsgericht (KVVG) der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) arbeitet unabhängig. Es ist deshalb direkt der Synode und nicht der Kirchenleitung oder der Kirchenverwaltung zugeordnet. Das Gericht mit ehrenamtlich gewählten Richtern aus dem weltlichen Bereich kann angerufen werden, um Entscheidungen in der Kirche nochmals überprüfen zu lassen. Seine Arbeit ist deshalb durchaus mit den Verfassungsgerichten im staatlichen Bereich vergleichbar. Die Arbeit des KVVG ist seit 1952 durch ein Gesetz geregelt, das seitdem mehrfach novelliert wurde und so auf jeweils zeitgemäße Weise für Rechtssicherheit innerhalb der EKHN sorgt. Sitz des KVVG ist Darmstadt.

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