Dekanat Wetterau

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          Wertschätzung tut gut

          Pfr. Bernd Joachim Weckwerth, Katholische Pfarrgruppe Ockstadt und Rosbach

          Es braucht echte Fachleute, um den Wert eines Kunstwerkes realistisch einschätzen zu können. Wer aber vermag schon fehlerfrei die Arbeit seiner Mitmenschen immer angemessen beurteilen und begegnen zu können? Und doch fordern wir oft genau so eine passende Wertschätzung unserer eigenen Person und unserer Arbeit von unseren Freunden, Verwandten und Arbeitskollegen, ja reagieren womöglich ziemlich sauer, wenn die Wertschätzung mal ausbleibt oder in unseren Augen zu gering ausfällt. Doch: Nobody is perfect! Wer somit auf der anderen Seite einer solchen Erwartung stets nachkommen will, überfordert sich und andere ganz sicher, wird sie am Ende vielleicht mehr denen zukommen lassen, die sie am stärksten einfordern - was wieder ungerecht wäre. Jesus sagt dazu überraschend: Wenn ihr alles getan habt und daher Wertschätzung verdient hättet, nehmt dennoch die Haltung eines Sklaven an, der seinen Dienst tut ohne Dank zu erwarten!
          So entgegnet Jesus auch der emsigen Martha, dass ihre Schwester Maria mit ihrem Hinhören, auf das, was er verkündet, den besseren Teil erwählt hat.  
          Lukas 10 Vers 42
          Meine Mutter hat das immer als Geringschätzung der Hausarbeit empfunden. Doch Jesus bemängelt eigentlich nur unsere Prioritätenliste: Sucht zuerst das Reich Gottes, sagt er, dann wird euch alles andere dazu gegeben.  Denn, wenn wir einander lieben, wie er uns geliebt hat, ist die Haltung der Wertschätzung miteinbezogen, muss sie nicht immer wieder unter Beweis gestellt werden. Wer sich geliebt fühlt, braucht nicht ständig Zeichen der Wertschätzung und wird auch die Zurückstufung auf der Prioritätenliste seiner Freunde nicht gleich als Missachtung deuten – Oder?
          Überraschen wir lieber dort, wo ein Zeichen der Wertschätzung wohl nicht erwartet wird, unsere Mitmenschen, so wie es Jesus offenbar ständig getan hat. Vielleicht knacken wir so die Vorurteile, die sich gerade bei angeblich „Anders Denkenden“ festgesetzt haben und können wie Jesus kleine Wunder bewirken.

          Bernd Joachim Weckwerth,  Katholischer Pfarrer von Ockstadt und Rosbach

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