Dekanat Wetterau

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          Zu Gast bei Freunden

          Pfannemüller

          Zehn Pfarrerinnen und Pfarrer der Kirche von Nordindien haben die Wetterau und Gießen besucht. Die zwei Frauen und acht Männer waren zu Gast in evangelischen Pfarrhäusern, nahmen Teil am Gemeindeleben und erhielten Einblicke in Aufgaben und Tätigkeiten ihrer hiesigen Kolleginnen und Kollegen. Der knapp dreiwöchige Pfarreraustausch war ein Gegenbesuch und wurde von Ökumenepfarrer Dr. Peter Noss organisiert.

          Pulak Samantaroy gefiel es in Bad Nauheim. Er wohnte dort bei seinem Kollegen Pfarrer Rainer Böhm, den er bereits aus Indien kennt. Vor drei Jahren war Böhm bei seiner Familie in Amritsar zu Gast. Der indische Pfarrer schreibt zurzeit an der Universität von Kalkutta eine Doktorarbeit zum Thema „Christsein in einer interreligiösen Gesellschaft.“

          Das Christentum ist sind in Indien eine Minderheitenreligion. Von den 1,4 Milliarden Einwohnern des indischen Subkontinents sind 84 Prozent Hindus und nur zwei Prozent gehören einer christlichen Kirche an. In der Vergangenheit habe es Übergriffe radikaler Hindu-Nationalisten auf Christen gegeben, berichtete Samantaroy. Mittlerweile nehme der Staat seine Schutzfunktion stärker wahr und die Situation der Christen im Land habe sich gebessert. In der Diözese Amritsar betreiben Christen Schulen und Krankenhäuser. Bildung gelte für Christen in Indien als Königsweg aus der Armut und auch in Deutschland erlebe er den hohen Stellenwert von Erziehung, sagte Samantaroy. Der indische Pfarrer fühlte sich durch den Austausch mit dem Bad Nauheimer Kollegen auch zwischenmenschlich sehr bereichert: „Ich bin zuhause bei den Böhms.“
          Auch Pfarrer Vijay Kumar, der in der Bad Vilbeler Christuskirche zu Gast war, hebt den Beziehungsaspekt des Austauschs hervor. „Es ist in den vergangenen Tagen sehr viel Nähe und ein Gefühl des Willkommenseins entstanden.“ Der Besuch von Gemeinden aus der Wetterau ist schon in Planung. 

          So manches fanden die indischen Gäste auch merkwürdig in Deutschland. Etwa, dass hier das Essen so wenig gewürzt ist. Pfarrer Samuel Mattu berichtete befremdet: „Ich wurde gleich mehrmals darauf angesprochen, ob Kühe in Indien heilig sind.“ „Kühe gelten den Hindus in Indien als heilig. Aber für uns Christen gibt es natürlich keine heiligen Kühe.“ Die Gruppe nordindischer Pfarrer besuchte u.a. den Hessischen Landtag in Wiesbaden und das Zentrum Verkündigung der Hessischen Kirche, führte Gespräche an den Universitäten in Frankfurt und Heidelberg. In Worms besuchten sie die historischen Orte der Reformation, in Freiburg erlebten sie eine Führung durch ein Öko-Weingut. Sie lobten die Offenheit der parlamentarischen Arbeit, die es in so Indien nicht gibt. Sie ließen sich auf besondere Erfahrungen in der Predigtvorbereitung ein und spielten Abraham und Sarah im Zelt des Frankfurter Bibelmuseums.

          Das Evangelischen Dekanat Wetterau pflegt seit Jahrzehnten eine enge Partnerschaft mit der anglikanisch geprägten „Church of North-India.“ Im vergangenen Jahr waren Dekan Volkhard Guth und Pfarrer Noss bei einer Motorrad-Tour mit dem indischen Bischof im Himalaya unterwegs und zwei indische Delegationen besuchten die Wetterau. „Das gegenseitige Kennenlernen des Gemeindelebens hat viel zur Intensivierung des Austauschs beigetragen,“ resümierte Peter Noss.

           

           

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