„Aktion Lucia – Licht gegen Brustkrebs“ – unter diesem Motto gestalten engagierte Ehrenamtliche Frauen in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau jedes Jahr im Brustkrebsmonat Oktober meditative Abendandachten für Betroffene und ihre Angehörigen und greifen damit den Impuls der Frauenselbsthilfe Krebs (FSH) auf, die bundesweit zur Aktion aufruft. Unter dem Titel „Heil und heil werden“ regt die diesjährige Aktion dazu an, über Heil-Sein und Heil-Werden neu nachzudenken, zusammen zu stehen und sich in goldenen Segen zu hüllen. In Bad Nauheim wird die Andacht am Mittwoch, 21. Oktober um 19 Uhr in der Evangelischen Wilhelmskirche von Frauen aus den Regionalgruppen der Frauenselbsthilfe Krebs und den Evangelischen Frauen im Dekanat Wetterau gestaltet.
Eingeladen sind von Brustkrebs Betroffene, Angehörige, Männer und Frauen, alle die ihre Solidarität zeigen möchten. Die Aktion stärkt den Zusammenhalt, klärt auf und gibt dem persönlichen Andenken Raum. Zum Ausklang werden 51 Kerzen angezündet. Sie stehen für die Anzahl der an Brustkrebs verstorbenen Frauen: „Jeden Tag sind im vergangenen Jahr in Deutschland 51 Frauen an Brustkrebs gestorben“, sagt Anette Bill, Pfarrerin i.R., „die Andachten sind ein Ort für Trauer, und zugleich wird durch die vielen Lichter ein Zeichen für Hoffnung, Mut und Gemeinschaft gesetzt.“
50-jähriges Jubiläum der Frauenselbsthilfe Krebs
Mit der bundesweiten Aktion, die nach der Lichtträgerin Lucia benannt ist, läutet die FSH in vielen deutschen Städten den Brustkrebsmonat Oktober ein. In diesem Jahr steht die Veranstaltung außerdem im Zeichen des 50-jährigen Bestehens der FSH. Seit 1976 werden bundesweit in lokalen Selbsthilfegruppen Betroffene nach der Diagnose aufgefangen, verlässlich informiert und auf ihrem Weg durch die Erkrankung und auch danach begleitet.
"Kerzen leuchten nur für eine begrenzte Zeit. Doch das Licht, das Menschen einander in schweren Lebenssituationen spenden, wirkt lange weiter", sagt Angela Beck, Landesvorsitzende der Frauenselbsthilfe Krebs Hessen. " Seit 50 Jahren erfahren Erkrankte bei der Frauenselbsthilfe Krebs, dass sie ihren Weg nicht allein gehen müssen.“
Eine Krebsdiagnose kann das Leben von einem Moment auf den anderen verändern. Neben den körperlichen Folgen der Erkrankung und ihrer Behandlung sind viele Betroffene mit Ängsten, Erschöpfung und Sorgen um Familie, Partnerschaft oder Beruf beschäftigt. Auch nach Abschluss der Akuttherapie können Beschwerden wie Fatigue oder ein Lymphödem sowie die Angst vor einem Rückfall fortbestehen.
"Die medizinische Behandlung in Deutschland ist sehr gut. Doch ebenso wichtig ist es, in der psychischen Ausnahmesituation aufgefangen zu werden", erklärt Beck. "In unseren Selbsthilfegruppen müssen Betroffene nicht lange erklären, was eine Krebsdiagnose mit ihnen macht. Zugleich erleben sie bei uns, dass auch mit der Erkrankung Lebenslust und Lebensfreude möglich sind."
Mit ihrer Lucia-Aktion möchte die FSH außerdem auf die Bedeutung der Brustkrebs-Früherkennung aufmerksam machen. „Fortschritte in Diagnostik und Behandlung haben die Überlebenschancen deutlich verbessert. Es ist wichtig, Brustkrebs möglichst früh zu erkennen, denn dann kann die Erkrankung in vielen Fällen besser und schonender behandelt werden, und die Heilungsaussichten sind häufig günstiger“, sagt Nicole Bier, Koordinatorin der Selbsthilfegruppe in Nidda.
Die Öffentlichkeit ist herzlich zur Lucia-Aktion am Mittwoch, 21. Oktober um 19 Uhr in der Evangelischen Wilhelmskirche, Wilhelmstraße12 in Bad Nauheim eingeladen, um gemeinsam ein Zeichen der Verbundenheit zu setzen. Betroffene Frauen und Männer sowie Angehörige können auch die regelmäßigen Treffen der regionalen FSH-Gruppen besuchen.
Ansprechpartnerinnen für die Gruppe Bad Nauheim: Martina Forker, 0163/1949153 Ansprechpartnerin für die Gruppe Nidda: Nicole Bier, 0171/9935053 oder fsh-nidda(at)gmx.de
Über die FSH – Frauenselbsthilfe Krebs
Die Frauenselbsthilfe Krebs (FSH) ist Deutschlands größte Krebs-Selbsthilfeorganisation, die sich insbesondere für Frauen mit Brustkrebs und gynäkologischen Krebserkrankungen engagiert. Sie verfügt bundesweit über ein dichtes Netz an regionalen Gruppen, über ein moderiertes Forum im Internet, eine Telefonberatung und über bedürfnisorientierte Angebote z. B. für Frauen mit Metastasen und Männer mit Brustkrebs. Die FSH wird umfassend von der Stiftung Deutsche Krebshilfe gefördert, unter deren Schirmherrschaft sie steht. Die Organisation arbeitet unabhängig von Interessen und finanziellen Mitteln der Pharma-Industrie und anderer Wirtschaftsunternehmen des Gesundheitswesens.