In entspannter Atmosphäre kamen Menschen verschiedener religiöser und kultureller Zugehörigkeit miteinander ins Gespräch und setzten damit ein Zeichen für Offenheit, gegenseitigen Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Initiative des Evangelischen Dekanats Wetterau
Die Treffen starteten Anfang des Jahres und gehen auf eine Initiative des Evangelischen Dekanats Wetterau zurück. „Angesichts der Kommunalwahl im Frühjahr und einer zunehmend polarisierten Gesellschaft war es unser Anliegen, unterschiedliche Religionen und Glaubensgemeinschaften ins Gespräch zu bringen“, betont Dekan Volkhard Guth. „Wir erleben immer wieder, dass Religion Begegnung und Beziehung ermöglicht. Es ist uns ein Anliegen, den positiven Beitrag sichtbar zu machen, den Religionsgemeinschaften für den gesellschaftlichen Zusammenhalt auch in einer zunehmend säkularen Gesellschaft leisten können“, ergänzt Siegfried Nickel, Referent für Ökumene und Dialog im Dekanat.
Ohne feste Tagesordnung
Der Abend folgte bewusst keiner festen Tagesordnung und verzichtete auf inhaltliche Debatten. Stattdessen standen die persönliche Begegnung und der Austausch im Mittelpunkt. Vertreterinnen und Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, der Ahmadiyya, der syrisch-orthodoxen Gemeinde, des RUMI Kulturvereins, der Stadtmission, der Siebenten-Tags-Adventisten, der Aleviten und der Neuapostolischen Kirche nutzten die Gelegenheit, einander besser kennenzulernen, Erfahrungen zu teilen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Begegnung auf Augenhöhe
Dabei wurde deutlich, dass die Treffen von einer Begegnung auf Augenhöhe leben – im Wissen um die Verschiedenheit der einzelnen Religionen und Weltanschauungen und in der Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen. Gerade diese Vielfalt wurde von den Anwesenden als Bereicherung empfunden. Trotz unterschiedlicher Glaubensüberzeugungen verbinden sie gemeinsame Werte wie Respekt, Menschenwürde, Frieden und die Verantwortung für ein gutes Miteinander in der Gesellschaft.
Wertvolle Erfahrungen
So war es nicht nur ein interreligiöser oder interkultureller Austausch sondern – wie es einer der Teilnehmer formulierte – ein „inter-menschlicher“. Es sei wertvoll, sich jenseits der Institutionen als Menschen zu begegnen, einander zuzuhören und Vertrauen wachsen zu lassen. Darin waren sich die Anwesenden einig.
Fortsetzung geplant
Angesichts gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmender Spannungen wollen die Beteiligten mit den regelmäßigen Begegnungen Brücken bauen. Der persönliche Kontakt schaffe Verständnis füreinander. Die Erwartungen der Teilnehmenden wurden dabei nach eigener Aussage voll erfüllt. Am Ende des Abends stand der Wunsch, den begonnenen Austausch fortzusetzen und die gewachsenen Beziehungen weiter zu vertiefen.