Doppeltes Jubiläum in Butzbach - Bläserfest zu Pfingsten

veröffentlicht 21.05.2026, Evangelisches Dekanat Wetterau

Seit 40 Jahren ist Uwe Krause Kantor in Butzbach. Gleichzeitig feiert der Butzbacher Posaunenchor am Pfingstwochenende sein 70-jähriges Bestehen mit einem Festprogramm.

Herzliche Einladung zum 1. Butzbacher Bläserfest am Pfingstwochenende: Am Samstag, 23. Mai, 18 Uhr findet ein Serenadenabend auf dem Kirchplatz statt, bei dem das Mitsingen bekannter Lieder ausdrücklich erwünscht ist. In einem Festgottesdienst am Sonntag, den 24. Mai um 10 Uhr erklingt festliche Musik zum Pfingstfest.

Der erste Eindruck vom Butzbacher Posaunenchor war eine Liste – eine Liste mit Namen, anhand derer Uwe Krause in der Stadt herum telefonierte. Es war kurz vor Christi Himmelfahrt 1986, als der Dekanatskantor seinen Dienst in Butzbach antrat. Den Posaunenchor kannte er nur von einer kurzen Vorstellungsrunde. Eine gemeinsame Probe hatte es nicht gegeben, die Stücke hatte er ausgesucht, ohne den Chor überhaupt zu kennen. 

40 Jahre später blickt der Kantor des Evangelischen Dekanats Wetterau auf eine lange und prägende Zeit in Butzbach zurück. Gleichzeitig feiert der Butzbacher Posaunenchor am Pfingstwochenende sein 70-jähriges Bestehen. Beide Jubiläen sind eng miteinander verbunden, denn Krause hat die Entwicklung des Chores über Jahrzehnte hinweg geprägt.

Von 9 Bläser:innen zu einem großen Ensemble

Beim Himmelfahrtsgottesdienst 1986 musizierten nur 9 Bläserinnen und Bläser. Rund 20 waren es bei der Bewerbungsprobe gewesen, allerdings gehörte die Hälfte von Ihnen zum Posaunenchor nach Münzenberg. Der Butzbacher Posaunenchor wurde 1956 vom damaligen Kantor Erwin Mohr gegründet. 

Nachwuchsarbeit und Engagement

Also begann Uwe Krause damit, selbst Nachwuchs auszubilden. Er warb an Schulen für die Bläsermusik und baute erfolgreich Jungbläsergruppen auf – zeitweise sogar vier pro Woche. „Wir hatten damals nicht genügend Instrumente. Glücklicherweise entschied der Kirchenvorstand der Markusgemeinde, das Geld in die Hand zu nehmen und 20 Instrumente anzuschaffen, die bis heute im Einsatz sind. Das war ein ganz tolles Signal“, erzählt er. Sein Enthusiasmus für die Bläsermusik färbte ab. Einige der ehemaligen Jungbläserinnen und Jungbläser musizieren bis heute im Chor. Aktuell umfasst er 17 Mitglieder, zu Spitzenzeiten waren es bis zu 28.

Uwe Krause: Mehr als nur Dirigent

Dabei war Krause nie nur Dirigent. „Ich selbst spielte immer das, was fehlte – Posaune oder Tuba oder Trompete, je nachdem, was gerade angesagt war. Das mache ich bis heute so.“ Wichtig sind ihm Zuverlässigkeit, Offenheit und Teamgeist: „Ein Posaunenchor kann nur als Team überzeugen. Es kommt auf jede und jeden an.“

Fester Bestandteil des Gemeindelebens

Der Chor gehört seit Jahrzehnten fest zum Evangelischen Gemeindeleben: Begleitung und Auftritte bei Gottesdiensten und Gemeindefesten, Geburtstagsständchen, das offene Singen im Advent oder die „Bläsermusik zum Jahresbeginn“, die das große Jahresevent für den Posaunenchor ist. Während der Corona-Pandemie musizierte der Posaunenchor jeden Sonntag, zum Teil in Quartett-Besetzung, in den Gottesdiensten der Markusgemeinde, die auf dem Kirchplatz gefeiert wurden. 

Vom Bad Emstaler Posaunenchor nach Butzbach

Aufgewachsen ist Uwe Krause im heutigen Bad Emstal. Dort entdeckte er früh seine Leidenschaft für die Bläsermusik. Der örtliche Posaunenchor bestand aus rund 70 Aktiven. „Es waren die Geburtstagsständchen, das Musizieren bei Beerdigungen, Gottesdiensten und Gemeindefesten, die Konzertreisen und Wettbewerbe, die den klaren Berufswunsch in mir weckten, Kirchenmusiker zu werden.“

Nach dem Studium an der Westfälischen Landeskirchenmusikschule in Herford und dem anschließenden Zivildienst kam er schließlich nach Butzbach – und blieb. „Ich fand 1986 in Butzbach eine Kirche mit einer perfekten Akustik und einen Kirchplatz mit außergewöhnlicher Atmosphäre vor. Raum und Kirchplatz sind mir Heimat geworden.“ 

Nachwuchsarbeit als Herzensangelegenheit

Besonders wichtig ist Krause die Nachwuchsarbeit. „Das Spielen auf einer Trompete oder einer Posaune kann man nicht als App herunterladen“, sagt er mit einem Schmunzeln. Musik brauche Zeit, Disziplin und ein unterstützendes Umfeld. „Man braucht fünf Jahre Ausbildungszeit und muss regelmäßig üben.“ Kinder und Jugendliche für Musik zu begeistern, sie zu begleiten und ihnen die „beglückende Kraft“ der Musik zu vermitteln, habe ihn immer fasziniert.

Dabei sieht er die Zukunft der Posaunenchöre durchaus mit Sorge. Nachwuchs zu finden werde schwieriger. Dennoch unterrichtet er derzeit zwei Jungbläsergruppen mit insgesamt 9 Kindern und 5 Erwachsene im Einzelunterricht. 

Ruhestand ab Herbst

Im Herbst dieses Jahres geht Uwe Krause in den Ruhestand. Für die Zukunft des Butzbacher Posaunenchores wünsche er sich vor allem Zusammenhalt und für seine Stelle eine/n Nachfolger/in, „die versteht, was für Möglichkeiten hier sind und sich mit ähnlichem Enthusiasmus für die Bläserei einsetzt.“

Wenn Krause heute auf seine Zeit in Butzbach und im Dekanat Wetterau zurückblickt, tut er das mit großer Dankbarkeit. „Ich war immer stolz darauf, das machen zu können.“ Und vielleicht beschreibt ein Satz am besten, was ihn all die Jahre angetrieben hat: „Musik drückt das aus, was Worte nicht sagen können."