Pfarrerin Sabine Vosteen geht in den Ruhestand

veröffentlicht 05.05.2026 von Anna-Luisa Hortien, Evangelisches Dekanat Wetterau

Nach mehr als einem Jahrzehnt in Griedel und Rockenberg geht Pfarrerin Sabine Vosteen zum 1. August in den Ruhestand. Seit 2014 war sie in den Orten tätig, die seit Anfang dieses Jahres zur Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Nördliche Wetterau gehören. Ende Mai wird sie verabschiedet.

Bevor sie in die nördliche Wetterau kam, war Sabine Vosteen unter anderem Vikarin in Klein-Linden und Pfarrerin in Gettenau und Bisses – aber auch in Italien. Fünf Jahre lebte und arbeitete sie in Terni in der Region Umbrien, wo sie eine italienischsprachige Gemeinde betreute. Schon während ihres Studiums hatte sie Kontakte zu den Waldensern geknüpft. Zurück in Deutschland übernahm sie die Pfarrstelle in der Andreasgemeinde in Gießen, bevor sie schließlich nach Griedel und Rockenberg kam. Dazu gehörte auch die Betreuung des Rockenberger Ortsteils Oppershofen.

Abwechslungsreicher Alltag

Was sie an ihrem Beruf besonders erfüllt habe, sei der Kontakt zu den Menschen gewesen, erzählt Vosteen. „Der Alltag war abwechslungsreich und immer wieder auch überraschend.“ Wichtig war ihr, Gottesdienste gemeinsam mit der Gemeinde zu gestalten und sich an den Bedürfnissen vor Ort zu orientieren: Was bewegt die Menschen? Was brauchen sie? Das Miteinander über Generationen hinweg habe ihre Arbeit stets geprägt.

Lebendiges Miteinander

Dabei habe sie sich im Dekanat immer sehr wohl gefühlt, sagt sie. Dankbar blickt sie auf ihre letzten Berufsjahre in der Wetterau zurück, die sie trotz aller Herausforderungen und Anstrengungen als erfüllend und getragen erlebt hat. Dabei hebt sie auch die stets gute Zusammenarbeit in den Kirchenvorständen hervor. Besonders geschätzt habe sie das lebendige Miteinander in den Dörfern sowie die enge Vernetzung mit örtlichen Vereinen.

Bauprojekte voran gebracht

Nicht nur menschlich, auch baulich hat sie Spuren hinterlassen. Drei große Projekte begleitete sie während ihrer Dienstzeit: die Sanierung rund um die Griedeler Kirche mit barrierefreiem Zugang; den noch in Planung befindlichen Funktionsanbau an die Rockenberger Kirche; sowie nicht zuletzt das neue Pfarrhaus für die Gesamtkirchengemeinde, das derzeit in Griedel gebaut wird. Dabei hat sie sich vor allem dafür eingesetzt, dass dieses barrierearm gedacht wird. Das Thema liegt ihr besonders am Herzen, da sie selbst in ihrer Mobilität eingeschränkt ist.

Musik, Familie und Freunde

Im Ruhestand möchte sie sich dann zukünftig verstärkt wieder der Musik widmen – eine Leidenschaft, die sie schon vor dem Weg in den Pfarrberuf begleitete. An der Frankfurter Musikhochschule studierte sie zunächst Schulmusik, außerdem Religion und Italienisch auf Lehramt. Sie spielt leidenschaftlich Klavier, Gambe und Posaune. Außerdem freut sie sich im Ruhestand auf mehr Zeit für Familie und Freunde.

Der für den Sonntag ihres Abschiedes vorgesehene Predigttext ist der Aaronitische Segen. Diesen Segen wünscht sich Sabine Vosteen für die Gemeinden, die sie nun verlässt, und für ihren eigenen weiteren Weg.

Am Sonntag, den 31. Mai um 14 Uhr wird Pfarrerin Vosteen in einem Gottesdienst in der Kirche in Griedel mit anschließendem Empfang entpflichtet.