1983 wurde der UHU in seiner heutigen Form eingeweiht, seine Ursprünge gehen allerdings bis ins Jahr 1929 zurück. Seit 1957 betreibt der Landheim-Arbeitskreis der evangelischen Jugend e.V. (LAK) das Haus. Er finanziert sich allein aus Mitgliedsbeiträgen und den Gebühren für die Vermietung.
Das Haus bietet Platz für bis zu 62 Personen, zwei große Küchen, Gemeinschaftsräume, Grillhütte und Feuerstelle. Im Sommer kommt der Zeltplatz für bis zu 160 Personen dazu.
Der UHU ist ein Selbstversorgerhaus. Es gibt kein Catering und kein Küchenpersonal, jede Gruppe gestaltet Programm und Verpflegung selbst. So bleiben die Kosten niedrig, und auch Kinder und Familien, die sich teure Urlaube nicht leisten können, haben hier eine gute Zeit.
Damit ist der UHU inzwischen schon eine Rarität, denn „es gibt in der Region nicht mehr viele Selbstversorgerhäuser wie unseren UHU", sagt Cornelia Hankel, Vorsitzende des LAK und Pfarrerin im Ruhestand. Das Haus ist durchschnittlich 55- bis 60-mal im Jahr belegt, im Sommer fast durchgehend.
Warum die Modernisierung notwendig ist
Ein Haus aus den 80er Jahren hat seinen Preis. Rund 20.000 Liter Heizöl und etwa 14.000 Kilowattstunden Strom verbraucht der UHU im Jahr, und die Ölheizung stammt aus den 90er Jahren. Steigende Rohölpreise und die angespannte Lage im Nahen Osten haben den Vorstand um die Vorsitzenden Cornelia Hankel und Christian Kühl dazu veranlasst, gemeinsam mit der Solarinitiative Wetterau ein Zukunftskonzept zu entwickeln. Es soll Kindern und Jugendlichen auch künftig Aufenthalte zu bezahlbaren Kosten ermöglichen.
Was bereits geschieht und was geplant ist
So entstand die Idee, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Flachdach des Hauses zu installieren. Sie geht noch in diesem Jahr in Betrieb. 64 Photovoltaikmodule werden bis zu 25.000 Watt liefern, eine Batterie speichert den Strom für die Nacht. Die Anlage deckt rund 75 Prozent des Jahresstrombedarfs und spart etwa 400 Euro Stromkosten im Monat.
"Das Flachdach wurde schon 2020 neu abgedichtet und mit 12 Zentimetern Polystyrol gedämmt, das spart bis zu 3.000 Liter Heizöl jährlich", so Thorsten Barth von der Solarinitiative. Bei einer Begehung mit Hausmeister Bodo Wagner fiel ihm außerdem die zweischalige Fassade auf. Der 8 Zentimeter breite Spalt war nur mit dünnen Styroporplatten gefüllt, durch Lüftungsschlitze strömte kalte Außenluft. Barth: „Solche hinterlüfteten Fassaden findet man vor allem in Norddeutschland häufig, da die innere Wand gut vor Regen geschützt ist. Was aber viele nicht wissen: Mit Einblasdämmung kann man die Wände kostengünstig und wirksam dämmen.“
Im Sommer war es dann so weit: Ein Team der Fachfirma aus Rostock bohrte kleine Löcher in die Fugen und blies mit einem langen Schlauch Glaswatte und Polystyrolkügelchen in den Zwischenraum. Das spart je nach Belegung bis zu 1.800 Liter Heizöl im Jahr. Außerdem sollen sieben Glasbausteinfenster durch Isolierglas ersetzt werden. Am Parkplatz wird eine Wallbox montiert, an der die Gäste zukünftig ihre Elektroautos aufladen können.
Für 2027/28 ist der Austausch der Ölheizung durch zwei Wärmepumpen geplant. Die Stromkosten für die Wärmepumpen sollen nur halb so hoch ausfallen wie heute die Heizölkosten. Energieberater Christian Zahrt aus Ostheim optimiert die Berechnungen.
Was das bringt
Der CO₂-Ausstoß sinkt damit um rund 75 Prozent, das sind mehr als 50 Tonnen pro Jahr. „Mit den Maßnahmen senken wir die laufenden Kosten deutlich und machen den UHU unabhängiger von Preissteigerungen. So bleibt der Aufenthalt auch in Zukunft bezahlbar", sagt Barth, der den UHU selbst seit seiner Kindheit kennt.
Ihm ist auch der Klimaschutz ein Anliegen. "Die Erderwärmung wird durch das Verbrennen von Gas, Öl und Kohle immer weiter beschleunigt. Die Klimaveränderungen machen schon heute Menschen und Tiere zu Opfern – auf der ganzen Welt und auch hier in Deutschland. Wir müssen alles tun, um schnellstens von Öl und Gas wegzukommen."
Das Projekt soll Schule machen und Gruppen zum Nachdenken über das eigene Verhalten anregen.
Der UHU braucht Unterstützung
Die einzelnen Maßnahmen werden mit Fördersätzen zwischen 15 und 30 Prozent gefördert, den größten Teil der Investitionen in die Zukunft des Hauses muss der Verein selbst stemmen. „Wir wollen unser Haus noch viele weitere Jahre erhalten", so Hankel. Das geht nur mit Hilfe: Einzelpersonen, Kirchengemeinden und Vereine können für einen geringen Jahresbeitrag Mitglied im Trägerverein werden. Auch einzelne Spenden und Kollekten sind sehr willkommen. Spendenbescheinigungen werden ausgestellt.
Spendenkonto:
Evangelische Bank
Kontoinhaber: Landheim-Arbeitskreis der Evangelischen Jugend e.V.
IBAN: DE42 5206 0410 0134 1007 00
Die Evangelischen Dekanate Wetterau und Hochtaunus sind Mitglieder des LAK.
Über die Solarinitiative Wetterau
Die Bürgersolarberatung gibt es seit 2022. Die 8 ehrenamtlichen Berater haben bereits über 100 Mitbürger kostenlos zu Fragen rund um Photovoltaik, Wärmepumpen, Dämmung und Elektroautos beraten. Thorsten Barth aus Langenhain-Ziegenberg ist einer der Gründer. Auf der Website der Solarinitiative Wetterau können die Berater per E-Mail kontaktiert oder direkt ein Termin gebucht werden: https://solarinitiative-wetterau.de/