Die 30-Jährige stammt gebürtig aus Alsfeld und ist kirchlich stark verwurzelt. Bereits als Kind besuchte sie den Kindergottesdienst, später den Jugendtreff. Sie engagierte sich in der evangelischen Jugendvertretung des Dekanats sowie auf Ebene der Evangelischen Jugend in Hessen und Nassau und war als Teamerin bei Kinder- und Jugendfreizeiten aktiv.
Ausbildung bei der Regionalverwaltung
Nach der Schule absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Verwaltungsfachkraft bei der evangelischen Regionalverwaltung Oberhessen. 2019 begann sie ein Studium der Sozialen Arbeit in Fulda, das stark von der Corona-Pandemie geprägt war. Zuletzt arbeitete sie in der Krankenhaussozialarbeit und begleitete dort vor allem ältere Menschen.
„Doch ich habe gemerkt, dass ich gerne wieder mehr mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchte, das ist einfach mein Herzensding“, sagt Ritz. So wurde sie schließlich auf die Stelle als Gemeindepädagogin in der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Bad Nauheim und Ober-Mörlen aufmerksam. Ab Herbst wird sie an der evangelischen Hochschule noch eine Weiterbildung für das gemeindepädagogische Zertifikat absolvieren.
Positive Erfahrungen ermöglichen
Derzeit befindet sich Ritz noch in der Ankommensphase. Ihren ersten Einsatz hatte sie bereits am Ostermontag: Beim Familienpicknick hielt sie eine Andacht und knüpfte erste Kontakte. Das Kennenlernen und Vernetzen setzt sich in diesen Tagen fort. „Ich möchte zunächst schauen, was schon da ist und wo die Bedürfnisse der Kinder, Jugendlichen und Familien liegen.“ Auch den Generationenaustausch hat sie im Blick.
Im Sommer wird sie die Kinderfreizeit begleiten, zudem ist sie in die Planung mit dem Kindergottesdienst-Team eingestiegen. Für Jugendliche möchte sie im Juli einen Werwolf-Abend anbieten. Weitere Angebote sollen folgen. „Mir ist es wichtig, partizipativ zu arbeiten und auf die Ideen der Jugendlichen einzugehen und diese gemeinsam mit ihnen umzusetzen“, betont sie. „Ernst genommen und wertgeschätzt zu werden, das Gefühl zu haben, etwas bewegen zu können – diese positiven Erfahrungen habe ich als Jugendliche selbst in der Kirche gemacht. Das möchte ich weitergeben und anderen ähnliche Erfahrungen ermöglichen.“
Fantasy & Do-it-yourself
Dabei soll sowohl Raum für Gemeinschaft und Spaß als auch für ernste Gespräche sein. „Kinder und Jugendliche stehen heute unter großem Druck, der Alltag kann oft stressig sein. Mit meiner Arbeit möchte ich ihnen einen Ort bieten, wo all das nebensächlich wird und sie einfach sie selbst sein können.“
In ihrer Freizeit ist die 30-Jährige bekennender Fantasy-Fan, besucht gerne Mittelaltermärkte oder beschäftigt sich mit kreativen Do-it-yourself-Projekten – Interessen, die sie auch in Bad Nauheim und Ober-Mörlen einbringen möchte.
Besonders wichtig sind Ritz die kleinen Momente im Alltag: wenn ein schüchternes Kind plötzlich aus sich herauskommt oder wenn sie einen Jugendlichen in einer schwierigen Lebensphase ermutigen kann. „Die Kindheit, die Pubertät und das Erwachsenwerden sind so wichtige Lebensabschnitte, darin möchte ich Menschen begleiten.“