Sonntagswort: Frieden lernen – von Nagasaki bis heute

veröffentlicht 09.08.2026 von Volkhard Guth, Evangelisches Dekanat Wetterau

Volkhard Guth, Dekan des Evangelischen Dekanats Wetterau, schreibt einen Impuls zum Jahrestag des Atombombenangriffs auf Nagasaki.

Am 9. August 1945 wurde Nagasaki durch eine Atombombe zerstört – 22.000 Menschen starben binnen Sekunden; bis Jahresende 1945 schätzungsweise 70.000 bis 80.000 weitere. Bis heute mahnt dieser Tag: Krieg zerstört nicht nur Städte, er vernichtet Leben und Zukunft.

Doch auch 81 Jahre später brennt die Welt weiter. In der Ukraine sterben Menschen durch Artillerie und Drohnen, in Gaza bringen Waffenstillstände keine dauerhafte Ruhe, und im Konflikt mit dem Iran droht eine weitere Eskalation. Überall gilt: Die ersten Opfer des Krieges sind die Unschuldigen – Kinder, Alte, Zivilisten; Menschen, die nicht gewählt haben, was ihre Regierungen tun.

Angesichts dieser Gewalt ist der christliche Friedensauftrag kein frommer Wunsch, sondern ein dringender Auftrag. Jesus sagt: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen." (Matthäus 5,9) Frieden stiften heißt nicht, Konflikte zu ignorieren. Es heißt, nicht in die Logik von Rache und Gegenrache einzusteigen. Es heißt, dort Brücken zu bauen, wo andere Mauern errichten.

Vielleicht können wir nicht die großen Kriege beenden. Aber wir können in unserem Umfeld Frieden üben: im Gespräch, im Verzeihen, im Zuhören. Wer Frieden will, muss bei sich selbst anfangen. Nagasaki ruft uns: Nie wieder Krieg. Der Glaube ruft uns: Immer wieder Frieden.