Am 6. Juni jährt sich der Todestag von Paul Gerhardt: Er starb vor 350 Jahren, 1676. Viele bis heute in Kirchen gesungene Lieder gehen auf ihn zurück. Es ist erstaunlich: Sie können uns trotz ihres Alters etwas sagen! Zwei Beispiele:
„Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege, des der den Himmel lenkt“ – geschrieben kurz nach den unvorstellbaren Schrecken des 30-jährigen Krieges. Ein Trostlied mit großer Kraft - und zugleich mit ganz nüchternen Worten ohne das Pathos späterer Liederdichter. Wir singen es zum Beispiel in Trauerfeiern, wenn wir an verstorbene Menschen denken.
Und da ist das Sommerlied „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit“. In 15 Strophen erzählt Paul Gerhardt von seiner Freude an der Natur, die für ihn ganz selbstverständlich Gottes großartige Schöpfung ist. Ein inzwischen verstorbenes Mitglied unserer Gemeinde hat mich jedes Jahr gefragt: Wann singen wir im Gottesdienst dies Lied?! Mit Paul Gerhardt können wir die Freude an den vielen kleinen Dingen der Natur neu lernen.
Wer die beiden Lieder ganz lesen möchte: Im Evangelischen Gesangbuch stehen sie unter den Nummern 361 und 503.