Sonntagswort: Gelebter Glaube

veröffentlicht 12.07.2026, Evangelisches Dekanat Wetterau

Prädikant Gerd Schwalm, Gesamtkirchengemeinde Mittlere Wetterau, schreibt einen Impuls über Christsein im Alltag.

„Ein ehrlicher Atheist ist mir lieber als ein falscher Christ.“ Diese These habe ich mir mal zu eigen gemacht, nachdem mir bewusst wurde, dass doch so einige, die das Wort Christ sich auf die Brust schreiben, doch so ganz anders leben. Und dass so mancher Atheist nach sehr christlichen Grundsätzen lebt.

Christsein muss sich im alltäglichen Leben zeigen. Wenn ich Christ sein möchte, dann bin ich automatisch in der Nachfolge von Jesus, dem Christus. Daher kommt ja das Wort. Dann nehme ich mir Jesus als Vorbild, kann immer wieder in mich gehen nach dem Motto: Was hätte Jesus jetzt getan?

Zu große Fußspuren? Auf jeden Fall. Aber das bedeutet nicht, dass wir entmutigt sind und es gleich bleiben lassen. Klar, auch unsere Ressourcen sind limitiert, die zeitlichen, die monetären, unsere Kraft hat ihre Grenzen, wir können nicht allen helfen und nicht überall sein.

Vorschlag: Suchen wir uns doch kleine „Projekte“, die uns fordern, aber nicht überfordern. Und strahlen wir etwas aus von dem, was uns durch Gott widerfährt: Liebe, Verständnis, Geduld, Großmut, Vergebung, Barmherzigkeit, Gnade, Toleranz, Zuwendung.

Wenn jede und jeder seinen kleinen Teil dazu beiträgt, dann können wir die Welt ein Stückchen besser machen. Das ist nötig und lohnt sich, darüber sind wir uns sicher einig. Und wenn es mal nicht klappt oder so richtig schief geht, dann ist es nicht tragisch. Dann zähle der Versuch als Werk. Also: Wir schaffen das mit Gottes Hilfe. Bleiben Sie behütet!