Sonntagswort: Himmelfahrt

veröffentlicht 15.05.2026, Evangelisches Dekanat Wetterau

Pfarrer Joachim Neethen, Evangelische Friedensgemeinde Friedberg, schreibt einen Impuls zum Himmelfahrts-Wochenende.

Am Donnerstag haben wir Christi Himmelfahrt gefeiert. Auf dem Ölberg in Jerusalem steht seit langer Zeit die Himmelfahrtskapelle. Von dort ist Jesus Christus angeblich in den Himmel aufgefahren. Noch heute sieht man im Boden seinen letzten Fußabdruck. 

Jesus ist in den 40 Tagen nach seiner Auferstehung noch einmal vielen Freundinnen und Freunden begegnet. Er hat sie getröstet und ermutigt, weiterhin die göttliche Liebe in der Welt erkennbar werden zu lassen. Schließlich ist er vor ihren Augen von einer Wolke aufgenommen worden. 

Gott ist uns als Mensch nahegekommen. Doch er lässt sich nicht mit purer Vernunft begreifen und festhalten. Wie ein Geheimnis, das es liebt, erkannt zu werden, um sich dann wieder zu entziehen. Gott ist die Liebe, die niemals kommt und niemals geht. Indem Jesus in der Wolke verschwindet, ist er uns noch näher. Er ist so präsent wie Sand in der Wüste und Wasser im Ozean. Und wenn wir einmal unsere Vorstellungen beiseitelassen, dann können wir merken, dass wir aus derselben göttlichen Seinsquelle leben. 

„Christus ist unser Friede“ (Epheser 2,14): Diese Bibelstelle steht neben weiteren Friedensbotschaften an der Wand zum Aufgang unseres neuen Gemeindezentrums 12Quadrat. Jesus hat uns seinen Fußabdruck geschenkt. Die Wirkung seiner Ausstrahlung. Menschenfreundlichkeit und Nächstenliebe. Ja, sogar eine radikale Feindesliebe, die pure Vernunft übersteigt. 

Möge die Kraft dieser Botschaft vom Ölberg aus aufsteigen und wirken.