Der September ist im Verlauf des Jahres immer wieder eine Zeit des Übergangs. Der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Tage sind gleichzeitig warm und doch auch wieder frisch, die Ferien sind vorbei, der Alltag hat wieder begonnen. Auf den Feldern zeigt sich, was in den vergangenen Monaten gewachsen ist: Die Ernte steht bevor. Übergänge laden dazu ein, innezuhalten und zurückzublicken: Was ist in meinem Leben gewachsen? Was durfte reifen? Und was ist vielleicht noch nicht zur Ernte bereit?
Mitten in diese Zeit des Übergangs, auf den 8. September, fällt das Fest der Geburt Mariens. Die ersten Hinweise auf dieses Fest finden sich im 5. Jahrhundert in Jerusalem, spätesten im 7. Jahrhundert wird es in der ganzen Kirche gefeiert. Auch Maria steht an einer Schwelle. In ihr verbindet sich die Hoffnung des Alten mit der Erfüllung des Neuen. Mit ihr beginnt etwas, das die Welt verändert: Gott tritt in die Geschichte ein und wird Mensch. Maria zeigt uns, dass Gott gerade durch konkrete Menschen und ihr Leben wirkt. Sie steht nicht außerhalb der Geschichte, sondern mitten in ihr – mit ihren Fragen, ihrem Vertrauen und ihrem Ja.
Auch unser Leben steht an vielen Schwellen. Wir lassen Vergangenes zurück und wissen noch nicht, was vor uns liegt. Dabei dürfen wir darauf vertrauen: Unsere Zeit liegt in Gottes Hand. Er wirkt in unserer Geschichte und bleibt uns nahe. Doch er tut dies nicht einfach ohne uns oder abstrakt über unsere Köpfe hinweg. Er wirkt durch Menschen, durch Begegnungen und durch Entscheidungen. Vielleicht stellt sich deshalb heute die Frage: Wo könnte Gott gerade durch mich in dieser Welt wirken?