Sonntagswort: Quality Time

veröffentlicht 01.03.2026, Evangelisches Dekanat Wetterau

Andreas Münster, Koordinator der Pfarrei Hl. Maria Magdalena, Taunusblick und Referent für Spiritualität, schreibt einen Impuls zur Fastenzeit.

Kennen Sie den Begriff “Quality Time”? Er entstand in den USA in den 1970er-Jahren im Rahmen der Überlegungen, wie sich Familie und Beruf sinnvoll miteinander vereinbaren lassen. Seit den 2010er-Jahren wird er auch in Deutschland verwendet. Die Bedeutung liegt nahe: Es kommt nicht nur darauf an, wie viel Zeit ich zum Beispiel mit der Familie verbringe, sondern auch welche Qualität diese Zeit hat.

Schaue ich während eines Gesprächs aufs Handy, in die Zeitung oder bin mit den Gedanken ganz woanders? Oder widme ich mich ganz und gar den Menschen, mit denen ich gerade zusammen bin?

Die Fastenzeit kann eine Einübung in Quality Time sein. Traditionell gehören in der katholischen Kirche drei „Übungen“ in die Zeit von Aschermittwoch bis Ostern. Das Bekannteste ist das Fasten, also der Verzicht auf etwas, das scheinbar ganz wichtig ist – und das man dann doch nicht unbedingt braucht. Das ist Quality Time für und mit sich selbst.

Die zweite Übung ist das Spenden, früher auch „Almosen geben“. Hier investiere ich zwar nicht Zeit, aber Geld, um die Lebensqualität anderer Menschen zu verbessern.

Die dritte Übung ist das Gebet: Quality Time und damit Beziehungspflege mit Gott. Ich nehme mir im Gebet Zeit für Gott und gebe umgekehrt Gott die Gelegenheit, sich Zeit für mich zu nehmen.

Da die Fastenzeit 40 Tage dauert und erst rund anderthalb Wochen vorbei sind, können Sie jetzt noch mit Ihrer eigenen Quality Time beginnen. Und wenn Sie direkt an Aschermittwoch mit Fasten, Spenden und/oder Beten gestartet sind: Halten Sie durch. Es lohnt sich – für die eigene Lebensqualität und die anderer.