Sonntagswort: Queer-sensibel?

veröffentlicht 21.08.2026 von Claudia Ginkel, Evangelisches Dekanat Wetterau

Pfarrerin Claudia Ginkel, Evangelische Friedensgemeinde Friedberg, schreibt einen Impuls zum CSD-Wochenende in Friedberg.

Letztes Jahr gab es im August die erste Christopher Street Day-Parade auf der Friedberger Kaiserstraße. Die evangelische Kirchengemeinde Friedberg hat dazu zusammen mit dem evangelischen Dekanat und Mitgliedern des CSD Wetterau einen Gottesdienst in der Stadtkirche gefeiert. In ihm wurde die geschlechtliche Vielfalt als Teil der Schöpfung Gottes bekannt. Ein Plakat in Regenbogenfarben an der Kirche wies auf diese Veranstaltung zwei Wochen vorher hin. Es wurde mehrmals von Unbekannten versucht, es herunterzureißen und zu zerstören. Offenbar passte es manchen nicht, dass queere Menschen einen Platz bei uns haben. So wie es auch dem Attentäter von Berlin nicht passte, als er vor einigen Wochen beim CSD in Berlin mit seinem Auto in die Menschenmenge raste und eine Frau tötete und weitere Personen schwer verletzte. 

An diesem Wochenende findet nun der zweite CSD in Friedberg statt. Ob alles gut gehen wird? Die feindliche Stimmung gegenüber Menschen mit unterschiedlicher sexueller Identität nimmt zu. Es erschrickt mich, mit welch hoher Energie, bestimmte Gruppierungen versuchen, queere Menschen auszugrenzen und zu diskriminieren.

Vor drei Jahren hat unsere evangelische Landeskirche in ihrer Synode ein offizielles Schuldbekenntnis zum Beschluss vorgelegt. Es beinhaltete die Bitte um Verzeihung für frühere Ausgrenzung und die Verpflichtung zu einem künftigen queer-sensiblen Umgang. Dem Beschluss habe ich ohne Wenn und Aber zugestimmt.