Mit einer Gemeindegruppe waren wir im September in Südfrankreich und sind – mit dem Reisebus! – auch auf den Mont Ventoux gefahren. Unterwegs überholen wir eine Vielzahl von Radrennfahrern, die täglich die fast 2.000 Höhenmeter nach oben fahren. „Das geht doch gar nicht“, heißt es im Bus. Oben aber sehen wir bestimmt hundert von ihnen… Es geht. Mit Training. Mit Willen. Mit einer Konstitution, die das zulässt.
Wieder unten denke ich darüber nach: Ist der berühmte Tour-de-France-Berg nicht beispielhaft für unser Leben? Wie viele Herausforderungen stehen vor uns wie unüberwindbare Berge… Das gilt für das persönliche Leben und das gilt auch für unsere Gesellschaft, ja für unsere Welt. Auch da sind immer ein langer Atem, Durchhaltevermögen und wirkliche Kraftanstrengungen gefragt. Einfache Lösungen gibt es nur sehr selten, so gerne wir sie hätten.
Ich wünsche den Menschen in der Politik diesen langen Atem und den Willen für die oft so schwierigen Problemlösungen. Ich wünsche genau dies uns allen für die persönlichen Herausforderungen unseres Lebens. Und anders als bei einer selbst gewählten Bergfahrt suchen wir uns die meist nicht selbst aus. Das Vertrauen auf Gott verspricht einen Gott an unserer Seite, der als guter Hirte auch schwierige Wege begleitet. Es ist ein Privileg, darauf vertrauen zu dürfen.