In der Chorlandschaft des Evangelischen Dekanats Wetterau stehen Veränderungen an: Die Dekanatskantorei Friedberg unter Leitung von Kantor Ulrich Seeger und die Kantorei der Dankeskirche Bad Nauheim unter Leitung von Kantor Frank Scheffler werden zum 1. Januar 2027 zu einer gemeinsamen Dekanatskantorei am Standort Friedberg zusammengelegt. Geleitet wird die neue Dekanatskantorei Wetterau von Ulrich Seeger.
Fachliche Profile schärfen
Die Zusammenlegung ist Teil einer langfristigen Neuaufstellung der Kirchenmusik im Dekanat. Die kirchenmusikalischen Stellen erhalten dabei unterschiedliche fachliche Profile: In Friedberg liegt der Schwerpunkt künftig auf der Chorarbeit, in Bad Nauheim auf der Orgelmusik, im Nachbarschaftsraum Südliche Wetterau auf der Popmusik und in Butzbach auf der Posaunenarbeit.
Hinter dieser Profilierung steht auch die Frage, wie kirchenmusikalische Arbeit angesichts künftig knapper werdender personeller Ressourcen dauerhaft erhalten werden kann. Durch klar erkennbare Schwerpunkte möchte das Dekanat die verschiedenen Bereiche der Kirchenmusik möglichst langfristig sichern.
Zusammenschluss eröffnet neue Möglichkeiten
„Wir müssen heute darüber nachdenken, wie Kirchenmusik auch in zehn oder zwanzig Jahren noch lebendig und vielfältig sein kann“, sagt Anne Wirth, stellvertretende Dekanin und im Dekanat mitverantwortlich für das Arbeitsfeld Kirchenmusik. „Die Profilierung bedeutet nicht, dass uns ein Bereich weniger wichtig wäre. Im Gegenteil: Wir versuchen, unter veränderten Bedingungen das zu erhalten und weiterzuentwickeln, was an den verschiedenen Orten gewachsen ist.“
Musikalisch eröffnet die Zusammenlegung zugleich neue Möglichkeiten, etwa im Hinblick auf das Repertoire der Kantorei: Gerade große oratorische Werke benötigen einen entsprechend besetzten Chor. Neue Sängerinnen und Sänger zu gewinnen, wird allerdings immer schwieriger. In der Vergangenheit mussten deshalb immer wieder zusätzliche Stimmen für einzelne Projekte gesucht werden. Durch den Zusammenschluss wächst die Auswahl der möglichen Werke.
Proben und Konzerte an beiden Orten
Für viele Mitglieder bedeutet die Veränderung aber auch einen Einschnitt. Manche Sängerinnen und Sänger singen seit Jahrzehnten in ihrer Kantorei und verbinden damit nicht nur Musik, sondern ein Stück Lebensgeschichte. „Deshalb wäre es falsch, bei einer solchen Entscheidung nur über Strukturen und Synergien zu sprechen“, betont Wirth. „Wo Menschen über viele Jahre miteinander gesungen haben, entsteht Heimat. Dass sich nun etwas verändert, darf wehtun. Uns ist wichtig, diese Verbundenheit ernst zu nehmen und gleichzeitig gemeinsam einen Weg in die Zukunft zu finden.“
Die neue Dekanatskantorei probt nach Absprache sowohl in Friedberg als auch in Bad Nauheim. Konzerte der Kantorei wird es weiterhin an beiden Standorten geben.
Weiterhin erstklassige Aufführungen
Die Lenkungsgruppe Kirchenmusik und das Kantorenteam im Dekanat sehen in der Neuordnung die Möglichkeit, die unterschiedlichen musikalischen Traditionen zusammenzuführen. Beide Kantoreien bringen eine eigene Geschichte, Erfahrung und musikalische Prägung mit. „Wenn es gelingt, diese miteinander zu verbinden, kann daraus etwas Neues entstehen - bei gleicher oder sogar höherer Qualität“, so Ulrich Seeger. „Mit der Dankeskirche und der Stadtkirche stehen wunderbare Kirchenräume zur Verfügung, in denen ein großes Publikum erreicht werden kann. Die Zuhörerinnen und Zuhörer können sich auf weitere erstklassige Aufführungen freuen.“
Mitsingen
Für Sängerinnen und Sänger, die weiterhin lieber in einem stärker örtlich geprägten Chor singen möchten, besteht die Möglichkeit, zum Beispiel zur Kantorei Wettertal zu wechseln, die in Schwalheim zu Hause ist.
Zugleich ist die neue Dekanatskantorei ausdrücklich offen für neue Mitglieder. Wer Freude am Chorgesang und an größeren kirchenmusikalischen Werken hat, ist eingeladen, mitzusingen und erhält bei Kantor Ulrich Seeger (seeger-kirchenmusik(at)t-online.de, Tel. 06031/14395) weitere Informationen.