Am Sonntag, den 9. März findet anlässlich des Jubiläums um 14 Uhr ein ökumenischer Festgottesdienst in der Komturkirche Nieder-Weisel statt. Im anschließenden Vortrag ab 15.30 Uhr wird Prof. Christoph Markschies von der Humboldt-Universität Berlin, ein ausgewiesener Fachmann für antikes Christentum und Ordensdekan des Johanniterordens, auf alte und neue Perspektiven rund um das Konzil von Nizäa eingehen.
In Nizäa, das heute im türkischen Iznik liegt, wurde 325 das zentrale christliche Glaubensbekenntnis formuliert. Ein Meilenstein auf dem Weg zur Kirche. Im Mittelpunkt des ersten ökumenischen Konzils, einer Versammlung vergleichbar mit einem Kirchenparlament, stand die Frage nach der Identität von Jesus Christus. „Es wurde heftig gestritten. Es gab verschiedene Positionen. Im Kern ging es um das Verhältnis von Gottvater und Gottsohn“, erklärt Johannes Misterek, Pfarrer am Geistlichen Zentrum Nieder-Weisel. „Es wäre möglich gewesen, dass das Konzil Jesus als einen Propheten oder Rabbi begreift, der Wesentliches über Gott zum Ausdruck bringt. Jesus hätte auch als ein Geschöpf Gottes begriffen werden können – und eben nicht als Gott selbst. Doch genau das hat das erste Kirchenkonzil vor 1700 Jahren bekannt und damit die zentralen Punkte für die christliche Theologie und Spiritualität gesetzt – bis heute.“
So bekennt das Konzil: Jesus ist „eines Wesens“ mit Gott. „Damals haben die Christen für sich endgültig geklärt, dass es Gott selbst gewesen ist, der in Jesus Mensch geworden ist“, erläutert Siegfried Nickel, Pfarrer für Ökumene und Dialog im Evangelischen Dekanat Wetterau. „Das heißt Gott selbst hat in Jesus erlebt, wie es ist Mensch zu sein, mit allen Freuden und Leiden. Dadurch versteht er mich in meinem Menschsein. Gebet zu Gott hat dadurch noch einmal eine ganz andere Qualität und Gebet zu Jesus, dem Christus, ist dadurch erst möglich.“
Das Bekenntnis von Nizäa ist für die Weltkirche wichtig, denn es ist das Glaubensbekenntnis, auf das sich alle Konfessionen berufen. „Es wird in den westlichen Kirchen nicht so häufig gesprochen und ist länger und ausführlicher als das Apostolische Glaubensbekenntnis, das wir in unseren Gottesdiensten üblicherweise sprechen. Die Kernaussage, der Glaube an Gott, den Vater, den Sohn Jesus Christus und den Heiligen Geist, ist aber auch in unserem Apostolischen Glaubensbekenntnis das A und O“, so Johannes Misterek.
Am Geistlichen Zentrum Nieder-Weisel wird das Konzilsjubiläum am 9. März mit einem ökumenischen Festgottesdienst und anschließendem Vortrag begangen. Um Anmeldung bis zum 2. März per E-Mail an info.geistliches.zentrum(at)johanniter.de wird gebeten.
Außerdem stellen zwei weitere Veranstaltungen einen Bezug zum Jubiläum von Nizäa her: Die neunteilige Vortragsreihe „Jesus im Spiegel bekannter geistlicher Persönlichkeiten“ widmet sich dem Zusammenhang von Theologie, Biografie und Spiritualität. Zur Vorbereitung auf Ostern laden die Online-Exerzitien in der Passions- und Fastenzeit auf einen persönlichen Weg der Glaubensvertiefung ein. Weitere Informationen zu allen drei Jubiläums-Veranstaltungen hier.