Israelische Geiseln, ein nicht enden wollender Krieg mit unzähligen Opfern unter der Zivilbevölkerung, traumatisierte Gesellschaften, eine humanitäre Katastrophe in Gaza und im Libanon. Tägliche Übergriffe von Siedlern in der Westbank. Der Abend bietet eine Gelegenheit, mehr zu erfahren zur angespannten Lage in Israel/Palästina. Religiöser Nationalismus prägt das Klima, in dem Verzweiflung und Angst sich unter Juden, Christen wie Muslimen breit machen.
Wie lässt sich der Nah-Ost-Konflikt besser verstehen? Und welche Perspektiven mag es geben? Besonders richtet sich der Blick auf die aktuelle Lage und Zukunft der palästinensischen Christinnen und Christen in Israel/Palästina. „Wir weigern uns, Feinde zu sein“, so sagt Daoud Nasser, Christ aus Bethlehem – und er kämpft gleichzeitig um den Landbesitz südlich der Stadt, der seit Generationen der Familie gehört. Wie ist die Situation im Staat Israel, im Gaza-Streifen und in den besetzten Gebieten, in Ost-Jerusalem und der Westbank? Welche Hoffnung bleibt?
Pfarrer Dr. Andreas Goetze ist Referent für den interreligiösen Dialog (Schwerpunkt Islam und Christinnen und Christen im Mittleren Osten) im Zentrum Ökumene der EKHN und EKKW in Frankfurt a.M. Seit 30 Jahren ist er spiritueller Reiseleiter im Heiligen Land. Er war Vikar in Jerusalem und ist verbunden mit vielen Menschen in Israel/Palästina (Juden, Christen sowie Muslimen). Zahlreiche Studienaufenthalte führten ihn nach Jordanien, Syrien, Ägypten, Armenien und in den Libanon. Hinzu kommt ein Lehrauftrag an der Johann-Wolfgang v. Goethe Universität Frankfurt a.M. (Religionswissenschaften).