Unter dem Titel „Heil & Heilung – Wie wird (m)eine Seele gesund?“ werden unterschiedliche Perspektiven eröffnet auf die Fragen, was die menschliche Seele braucht, um heil zu werden, und wie ein angemessenes geistliches Verständnis von Heilung aussehen kann.
Die Vortrags- und Begegnungsabende finden jeweils donnerstags von 19:30 bis 21:30 Uhr im Blauen Saal des Ordenshauses statt (Johanniterstraße 7). An die Vorträge schließen sich Gespräche und Begegnungen bei Snacks und Getränken an.
Verschiedene Perspektiven
Die Veranstaltungsreihe knüpft an die bewegte Geschichte des Geistlichen Zentrums an. In der Komturei Nieder-Weisel erfahren Menschen seit über 800 Jahren Heil und Heilung. Ausgehend von diesem Zweiklang werden an den Abenden verschiedene Themen und Fragestellungen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven diskutiert - etwa aus biblischer, aus jüdischer oder aus traumatherapeutischer Sicht. Die Vorträge beleuchten Praktiken wie die Krankensalbung, heilsames Schreiben oder christliches Yoga. Unter den Referentinnen und Referenten sind neben Theologen auch ein Arzt, eine Yogalehrerin und Menschen, die als Therapeuten oder Coach tätig sind.
Um die tröstende Kraft der Musik geht es bei einem Vortragsnachmittag im März mit dem Ordensdekan der Johanniter, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies, rund um Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Evangelischen Gesangbuchs. Die Abende werden moderiert von Pfarrer Johannes Misterek und Dr. Felix M. Michl, Jurist und Medizinstudent.
Auftakt am 5. Februar mit Prof. em. Dr. Peter Zimmerling
Den Auftakt der Abendreihe macht am Donnerstag, 5. Februar Prof. em. Dr. Peter Zimmerling. Zum Thema: „Gib mir ein Wort, dass ich lebe“ spricht er über Selbsterkenntnis und Gottesliebe bei den Vätern und Müttern der Wüste.
Die Seelsorge der Wüstenväter und Wüstenmütter zeigt, dass geistliche und psychologische Erkenntnisse in der Seelsorge zusammengehören. Seit dem Ende des 3. Jahrhunderts zogen sich die ersten Wüstenmönche freiwillig in die Einsamkeit der Wüste Ägyptens zurück, um ohne Unterlass zu beten und jederzeit bereit zu sein, den wiederkommenden Herrn zu empfangen. Ihr Kellion, die Zelle, war das Mittel, das ihnen half, zu seelsorgerlichen Menschen zu werden. Die Wüstenmönche waren überzeugt: Ohne Selbsterkenntnis keine Gotteserkenntnis. Sie waren skeptisch, wenn jemand meinte, ohne den schmerzhaften Prozess der Selbsterkenntnis Gott finden zu können. Er bleibe dann in seinen Projektionen hängen und werde nie den wirklichen Gott erkennen. Gegen spirituelles bypassing hilft nur, im Kellion bei sich selbst wohnen zu lernen. Denn Selbsterkenntnis kann nur wachsen, wenn ich aufgehört habe, vor mir selbst, vor meinen dunklen Seiten, zu fliehen.
Das gesamte Programm ist zu finden unter: www.geistliches-zentrum-nieder-weisel.de. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, erleichtert jedoch die Planung und ist online über die Homepage möglich.
Diese Reihe richtet sich an alle Interessierten, die sich auf geistliche und persönliche Impulse rund um Spiritualität, Gesundheit und seelisches Wohlbefinden einlassen möchten.
Parkmöglichkeiten finden sich rund um das Johanniter-Hotel (Hoch-Weiseler-Weg 1a).