Auf dieser Seite finden Sie Audio-Mitschnitte von Vorträgen am Geistlichen Zentrum Nieder-Weisel zum Nachhören.
Das rechte Maß - womit wir geizen sollten und wo wir verschwenderisch sein dürfen
Dipl. Theol. Markus Blüm, Kloster Bad Wimpfen
19.02.2026, Geistliches Zentrum Nieder-Weisel
In der Regel des heiligen Benedikt begegnen Christen – nicht nur Mönche oder Nonnen – einer praktischen Anleitung zu einem Leben aus dem Glauben. Benedikt von Nursia formuliert bereits im 6. Jahrhundert als Leitmotiv für das christliche Leben den Gedanken des rechten Maßes. Dieses soll im Zusammenleben der Gemeinschaft in den einzelnen Lebensbereichen verwirklicht werden. Achtsam nimmt die Regel auf die Eigenart des Einzelnen, seine Stärken und Schwächen, Rücksicht und fördert ihn auf seinem geistlichen Weg. In unserer schnelllebigen Zeit, die den Menschen zu überfordern droht, gibt der Text noch heute Impulse für ein gelingendes Leben im Einklang mit sich selbst und den Mitmenschen.
Vortrag: „Gib mir ein Wort, dass ich lebe.“ Selbsterkenntnis und Gottesliebe bei den Vätern und Müttern der Wüste
Prof. i. R. Dr. Peter Zimmerling
05.02.2026, Geistliches Zentrum Nieder-Weisel
Die Seelsorge der Wüstenväter und Wüstenmütter zeigt, dass geistliche und psychologische Erkenntnisse in der Seelsorge zusammengehören. Seit dem Ende des 3. Jahrhunderts zogen sich die ersten Wüstenmönche freiwillig in die Einsamkeit der Wüste Ägyptens zurück, um ohne Unterlass zu beten und jederzeit bereit zu sein, den wiederkommenden Herrn zu empfangen. Ihr Kellion, die Zelle, war das Mittel, das ihnen half, zu seelsorgerlichen Menschen zu werden. Die Wüstenmönche waren überzeugt: Ohne Selbsterkenntnis keine Gotteserkenntnis. Sie waren skeptisch, wenn jemand meinte, ohne den schmerzhaften Prozess der Selbsterkenntnis Gott finden zu können. Er bleibt dann in seinen Projektionen hängen und wird nie den wirklichen Gott erkennen. Gegen "spirituelles bypassing" hilft nur, im Kellion bei sich selbst wohnen zu lernen. Denn Selbsterkenntnis kann nur wachsen, wenn ich aufgehört habe, vor mir selbst, vor meinen dunklen Seiten, zu fliehen.
Vortrag: Kurt Marti - ihm glaube ich Gott
Pfarrer Siegfried Nickel
27.11.2025, Ordenshaus der Johanniter
Kurt Marti (1921–2017) gehört zu den bedeutendsten Lyrikern der Schweiz. Im Hauptberuf Pfarrer, war Marti Lyriker, Erzähler, Essayist, Kolumnist, Tagebuchschreiber, Prediger. Theologisch beeinflussten ihn besonders Karl Barth und Dorothee Sölle. Stets aufs Neue sah er sich herausgefordert durch Jesus – von ihm, dem „Hinführer, sogar Verführer zum Leben, deswegen hingerichtet, deswegen auferstanden“. Da er in Jesus die Weltleidenschaft Gottes am klarsten erkannte, rückte er ihn in die Mitte seiner Theologie.
Vortrag: Wer war Jesus - aus jüdischer Sicht?
Chasan Leah Frey-Rabine
06.11.2025, Ordenshaus der Johanniter
Der achte Vortrag der Abendreihe stellt insofern etwas Besonders dar, als dass Chasan Leah Frey-Rabine (jüdische Kantorin) eine jüdische Sicht auf Jesus entwirft. Aus jüdischer Sicht war Jesus von Nazareth ein durch und durch galiläischer Jude seiner Zeit, fest verwurzelt in Thora, Tempel und jüdischer Lehre und Tradition. Er ist ein charismatischer Lehrer, Mystiker und Wanderprediger, kritisierte religiöse und politische Autoritäten, agierte gegen Korruption und Heuchelei, setzte sich stets für Frieden und Gerechtigkeit ein, und verkündete Trost und Hoffnung. Jesu Lehre und Gleichnisse, darunter das Vaterunser und die Seligpreisungen, entstammen der jüdischen Midrasch-Tradition, die biblische Texte kreativ und zeitgemäß auslegt.
Vortrag: Dorothee Sölle - Jesus. Der glücklichste Mensch
Dekan Volkhard Guth
23.10.2025 Ordenshaus der Johanniter
Dorothee Sölle (1929-2003) wurde oft als provozierende und unbequeme Theologin angesehen. Kritiker warfen ihr vor, mit ihrer politischen und gesellschaftskritischen Theologie Grenzen zu überschreiten. In Jesus sah sie den Widerstand gegen Unrecht, Solidarität mit den Schwachen und eine Liebe, die Grenzen überschreitet. In ihm zeigt sich ein Gott, der mitleidet und in den Verwundeten und Unterdrückten sichtbar wird, ein Bild dafür, dass Geschichte anders verlaufen kann.
Vortrag: Jörg Zink - mit Jesus ganz werden
Pfarrer Christoph Baumann
11.09.2025, Ordenshaus der Johanniter
Der ev. Theologe, Pfarrer, Autor und Publizist Jörg Zink (1922-2016) war eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Evangelischen Kirche der Nachkriegszeit. Als theologischer Denker, der sich in allgemein verständlicher Sprache ausdrücken konnte, war er eine Inspiration für viele Christen, gerade auch mit seinen oft unkonventionellen und innovativen Gedanken. Dreh- und Angelpunkt seiner Theologie und seines Glaubens war Jesus Christus – nicht nur theologisch, sondern auch biographisch-existentiell: Jesus Christus heilt menschliche Zerrissenheit und hilft zum Heil- und Ganzwerden.
Vortrag: Dietrich Bonhoeffer - ein Zeuge Jesu Christi
Wendelin Meyer-Mölck
21.08.2025, Ordenshaus der Johanniter
In der Beschäftigung mit Leben und Werk Dietrich Bonhoeffers (1906–1945) begegnet vor allem der Theologe Bonhoeffer, der in ganz neuer Weise über Christus nachdenkt: „Was mich unablässig bewegt, ist die Frage, was das Christentum oder auch wer Christus heute für uns eigentlich ist.“ Sein Interesse gilt im Kern dem gegenwärtigen Christus. Hier schlägt das Herz seiner Theologie, und zwar in allen Phasen seines Schaffens. Der lebendige, gegenwärtige Christus existiert als Gemeinde, ermöglicht ein „Sein in Christus“ als Seinsweise des Glaubens und ruft heute in die Nachfolge, die nicht ein Lehrsystem, sondern die Bindung an ihn meint.
Vortrag: Gerhard Tersteegen – ein Leben „in Jesus Christus“
Pfarrer i.R. Hanns-Hinrich Sierck
29.05.2025, Ordenshaus der Johanniter
Gerhard Tersteegen (1697–1769) ist eine herausragende Persönlichkeit der evangelischen Glaubensgeschichte. Neben Martin Luther und Paul Gerhardt ist er der dritte große Liederdichter des deutschen Protestantismus. Sein bekanntestes Kirchenlied ist wohl „Gott ist gegenwärtig“, dessen Text Tersteegens innige Gottverbundenheit erahnen lässt. Im Mittelpunkt des Vortrags steht Tersteegens Christusbeziehung, die bis heute zu einem Leben „in Jesus Christus“ inspiriert.
Vortrag: Teresa von Avila – Freundschaft mit Jesus, die trägt
Christoph Diemerling
15.05.2025, Ordenshaus der Johanniter
Teresa von Ávila ist eine der Größten in der Welt der Mystik! Bis heute kann sie mit ihrem praktischen weiblichen Verstand mitten in unseren Alltag wirken: als Lebens- und Glaubensgestalterin. Wer mit ihr in Berührung kommt, kann sich dem Zauber ihrer Persönlichkeit kaum entziehen. Ihre Freundschaft mit Gott, in einer Du-Beziehung, beschreibt sie in ihren vielfältigen Schriften in einmaliger Weise. Der Vortrag zeichnet den Glaubensweg von Teresa von Ávila nach und erzählt von der befreienden Erkenntnis der innigen, freundschaftlichen Gottesbeziehung.
Vortrag: Ignatius von Loyola - Transformation in Christus
Pfarrer Johannes Misterek
03.04.2025, Ordenshaus der Johanniter
Ignatius von Loyola war ein Zeitgenosse Martin Luthers – auch wenn sich beide nie begegnet sind. So unterschiedlich ihre Lebenswege auch waren, teilten sie das Ziel einer Erneuerung der Glaubenspraxis, betonten die persönliche Christusnachfolge und rückten die Heiligen Schrift in die Mitte des geistlichen Lebens. Der Vortrag stellt das Konzept der ignatianischen Übungen vor, der sogenannten Exerzitien. Generationen von Gläubigen sind durch diese spirituellen Übungen inspiriert und zu einer tieferen Beziehung mit Christus geführt worden.
Vortrag: „Martin Luther - Christus allein!“
Pfarrer i. R. Matthias Gärtner
06.02.2025, Ordenshaus der Johanniter
Luther erlebte als Mönch im Kloster eine tiefe Depression über sein Leben und seinen Glauben. Mit der neuen Lesart des Evangeliums öffnete sich für ihn ein Zugang zu einer befreienden Gottesbeziehung. Luthers sogenannter reformatorische Durchbruch hatte gewaltige Folgen für Theologie, Kirche und Gesellschaft.
Einführung
„Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ (Markus 8, 29)
Einführende Bemerkungen zur Vortragsreihe „Jesus im Spiegel bekannter geistlicher Persönlichkeiten“
Johannes Misterek, Pfarrer am Geistlichen Zentrum
06.02.2025, Ordenshaus der Johanniter
Vortrag: Die „Sichtbarkeit Gottes“ im Buch Esther
Chasan Leah Frey-Rabine (jüdische Kantorin)
06.03.2025, Ordenshaus der Johanniter