Dekanat Wetterau

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          Stimme für die die keiner hört

          BAD NAUHEIM: Eine laute Stimme für die, die nicht gehört werden: das will das Wetterauer Bündnis für Soziale Gerechtigkeit sein. Gegründet wurde es am Montag in der Bad Nauheimer Liobaschule. Den Anstoß zu diesem breiten Zusammenschluss von Kirchen, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Institutionen und Vereinen gab das Evangelische Dekanat Wetterau. 

          Dekan Volkhard Guth hatte bereits in seiner Antrittsrede vor zwei Jahren angekündigt, ein besonderes Augenmerk auf die „Ränder“ der Gesellschaft legen zu wollen.Dekanatsreferent Wolfgang Dittrich  stellte den Sprecherrat des neuen Bündnisses vor, dem neben ihm selbst auch Ellen Benölken (VdK), Anja El Fechtali (Linke HartzIV-Hilfe), Richard Kunkel (Kathol. Betriebsseelsorge Oberhessen) und Peter Zeichner (DGB + GEW) angehören. Parteipolitisch unabhängig will der Zusammenschluss sein und sich für eine gerechte Gesellschaft, für Solidarität und ein starkes Gemeinwohl einsetzen. Richard Kunkel erläuterte die Ziele: Die Verteilung von Arm und Reich in der Region will man in den Blick nehmen, Ideen entwickeln, die helfen, Armut zu vermeiden und sich gegen eine zunehmende soziale Kälte in der Region engagieren. . Aktionen sollen die öffentliche Diskussion befördern und Menschen und Organisationen zu sozialem Engagement motivieren.

          Denkanstöße gab ein Referat von Franz  Segbers,  Theologe und Professor für Sozialethik in Marburg. Er mahnte: auch wenn Politiker das Ende der Krise ausriefen – die Krise sei erst vorüber, wenn die Arbeitslosigkeit bekämpft und die Armut verschwunden sei. Armut und Reichtum seien nicht die beiden Enden einer Verteilungsskale. „Die Wahrheit ist, dass Armut Reichtum schafft.“  Segbers kritisierte den „Vererbungskapitalismus“ und forderte, die Superreichen in den Blick zu nehmen. Wie weit die Schere zwischen Arm und Reich mittlerweile auseinandergehe, machte er an einem drastischen Beispiel deutlich: Um das Vermögen des Besitzers der Rossmann-Kette zu erreichen müsse die Frau an der Kasse seines Drogeriemarktes 77.000 Jahre arbeiten.
          Segbers forderte, die sozialen Menschenrechte wieder zur Grundlage unseres Bildes von Gesellschaft zu machen. Das bedeute auch ein Recht auf Arbeit, und daraus folgend eine Umverteilung von Arbeit. Zurzeit arbeite jede dritte Frau und jeder siebte Mann im Niedriglohnsektor. Damit kehre langfristig ein bereits bekämpftes Problem zurück: „Wir müssen wieder über Altersarmut reden.“ Der Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ müsse wieder gelten, Steuern gerechter gestaltet werden und eine bedarfsdeckende Grundsicherung garantiert.
          Utopisch seien diese Forderungen nicht, doch zurzeit sei Armut politisch gewollt. „Das hat etwas zu tun mit den Kräfteverhältnissen in unserem Staat – und dieses kleine Bündnis in diesem Landkreis kann an diesem Kräfteverhältnis etwas mitdrehen.“ Letztlich gehe es um die Frage, welche Gesellschaft wir wollen – oder wie Dekan Guth es in der anschließenden regen Diskussion formulierte: „Wir müssen wieder über Werte reden.“

          Unterzeichner des Bündnisses

          Caritasverband Gießen e. V., Diakonisches Werk Wetterau, Deutscher Gewerkschaftsbund Kreisverband Wetterau, Deutscher Kinderschutzbund – Ortsverband Bad Vilbel e. V., Internationales Zentrum Friedberg, , Evangelische Familien-Bildungsstätte Wetterau, Evangelisches Dekanat Büdingen, Evangelisches Dekanat Nidda, Evangelisches Dekanat Schotten, Evangelisches Dekanat Wetterau, Karl-Wagner-Haus – Mission Leben, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – Kreisverband Friedberg, Katholisches Dekanat Wetterau-Ost, Katholisches Dekanat Wetterau-West, Linke Hartz IV-Hilfe Wetterau, Paritätischer Wohlfahrtsverband Hessen, Sozialverband VdK – Kreisverband Friedberg

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